Fesslend: Ein verhängnisvoller Winter von Daniela Frenken

Bei der Lektüre von E-Books lasse ich mich gerne auf Experimente ein und lade mir einfach mal einen Titel auf meinen Kindle-Reader, ohne vorher die Inhaltsangabe zu lesen oder den Einstieg zu überfliegen. Dabei habe ich oft ins Schwarze getroffen und fesselnde Geschichten gefunden. Der Autorin Daniela Frenken ist mit ihrem Kriminalroman Ein verhängnisvoller Winter aus der Nachkriegszeit ein Coup gelungen, der mich von der ersten Seite an fesselte. In einer schnörkellosen, fast schon schlichten Sprache gelingt es ihr, aus der Perspektive einer jungen Frau, ein Sittengemälde der Nachkriegszeit zu erstellen und dies noch in einen fesselnden Kriminalfall zu verpacken.

Als Taschenbuch kostet der Roman 7,99 €, als Kindle E-Book 2,99 €

Zum Inhalt: Die junge Josefine kommt von der Großstadt Essen an den Niederrhein, um ihre hochschwangere Cousine zu unterstützen, die einen kleinen Bauernhof bewirtschaftet. Deren Ehemann ist an den Folgen des Krieges und der Gefangenschaft gestorben. Neben der Landwirtschaft ist auch noch der Schwiegervater zu versorgen, ein grummelnder und misslauniger, kränkelnder Greis. Josefine knüpft Kontakt zu den Nachbarn und erlebt, wie eine junge Bauersfrau von ihrem ständig alkoholisierten Ehemann misshandelt. Dem Leser wird bewusst, dass es damals durchaus gesellschaftsfähig war, dass Männer ihre Ehefrauen prügelten und die Frau wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit keine Chance hatten, sich aus dem Dilemma zu befreien. Damals bedeutete die Ehe für die meisten Mädchen als erstrebenswert, weil sie selten eine Chance zur Berufsausbildung hatten und finanziell versorgt sein wollten. Im verhängnisvollen Winter am Niederrhein geschehen kurz hintereinander drei Morde, die zunächst nicht als Kapitalverbrechen erkannt werden. Ganz nebenbei entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die aus Sicht Josefines keine Zukunft hat. Bis zum Schluss tappt der Leser im Dunkeln, um wen es sich bei dem Mörder handelt und wird auf eine falsche Spur gelenkt. Das Ende ist zugleich dramatisch und überraschend. Daumen hoch für diesen fesselnden Krimi, bei dem mir nie langweilig wurde.

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Duplizität der Ereignisse: Herzblut, der neue Kluftinger

Vor wenigen Tagen wurde an dieser Stelle die Rezension über den Debüt-Roman „Herzblut“ von David Danielveröffentlicht. Weil es so prima passte, auch gleich die Besprechung des zweiten Werks „Herzrasen“.

Ein paar Wimpernschläge danach wird ein mords Brimborium um den neuen Krimi des Autoren-Duos Michael Klüpfel/Volker Kobr veranstaltet. Dieses Werk gibt’s nur als Hardcover für stolze 19,99 Euro. Beim Kindle spart der E-Book-Leser gerade mal 2 Euro. Auch nicht gerade üppig. Die Duplizität der Ereignisse: Der neue Kluftinger-Krimi trägt den Titel „Herzblut“. Während sich bei Daniels Herzblut die Assoziation aus dem Namen des Protagonisten ergibt, ist’s beim Kluftinger Herzstechen, das ihn seit Tagen plagt.  Dazu quälen ihn eine Reihe von Mordfällen, die offensichtlich im Zusammenhang mit seiner Beobachtung stehen, die er aber nicht beweisen kann. Er war Zeuge eines Kapitalverbrechens, das mit dem Tod einer Person endet. Doch der bärbeißige Kommissar wird nicht ernst genommen und ermittelt deshalb auf eigene Faust – mit Herzblut, wie sich versteht. Wer die vorherigen „Kluftis“ gelesen hat, darf sich wieder auf gleichsam spannende wie auch unterhaltsame Lektüre freuen.

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„Herzblut“ und „Herzrasen“ von David Daniel

Krimis mit Lokalkolorit feiern derzeit fröhliche Urständ‘ und inspirieren junge Autoren oder solche, die sich zwar schon längerer Zeit der schreibenden Zunft widmen, aber bisher noch keine Kriminalromane publizierten, sondern sich als Redakteure in Zeitungsverlagen oder Medienagenturen verdingten. Ein solcher ist David Daniel, gebürtiger Münsteraner, der im Ruhrgebiet seine Jugend verbrachte, aber schon lange in Düsseldorf lebt. Dort sind auch seine beiden Kriminalromane „Herzblut“ und „Herzrasen“ angesiedelt, die sich um den Privatdeketiv Alexander Herz ranken, eine Mischung aus Philip Marlowe, Kurt Wallander und Siggi Baumeister, allerdings im Rheinland agierend.

Mit seinem Debüt-Roman „Herzblut“ dreht sich der Plot um die Emo-Szene, aber auch um die Vergangenheit des Privatdetektivs, der seine Karriere als etablierter Kunsthändler wegen Intrigen des Kriminellen Nicolas Narkov an den Nagel hängen musste. Trotz seiner humorvollen Schreibe gelingt es Daniel, den Leser in eine düstere Welt zu entführen und die Abgründe aufzuzeigen, die das Leben in sich birgt und wie niederträchtig Menschen sein können. So gibt es auch kein Happy End, sondern „Herzblut“ endet mit einer tiefen Trauer des Protagonisten, der einerseits viel Mut hat, andererseits auch sehr verletzlich ist.

In „Herzrasen“ knüpft David Daniel an seinen ersten Roman an und bringt wie in „Herzblut“ wiederum Kommissar Markus Lohmeier ins Spiel, der nach ursprünglich distanzierter Haltung zu einem Weggefährten wurde. Was zunächst wie ein leichter Auftrag anmutet, bei dem ein hoher Verdienst ohne viel Mühe zu erzielen ist, entpuppt sich im Laufe der Handlung zu einem tödlichen Machtkampf zwischen Geheimdiensten, in den der Düsseldorfer Privatdetektiv mitten hinein katapultiert wird.  Herz gerät zwischen alle Fronten und nebenbei auch noch ins Visier von Nicolas Narkov, der ihm nicht nur seine Karriere als Kunsthändler zerstört hat, sondern ihm auch noch ans Leder will. Es fließt viel Blut, und an turbulenten Szenen mangelt es nicht. Ein Roman, der als Vorlage für einen Action-Film dienen könnte. Auch hier hofft der Leser vergeblich auf einen guten Ausgang. Zwar überlebt Alexander Herz die mörderischen Auseinandersetzungen, sieht aber schon einer weiteren Tortur entgegen, die hoffentlich in einem dritten Roman aufgegriffen und verarbeitet wird.

Wer Spannung in Kombination mit Wehmut und schnoddriger Sprache liebt, dem sind die beiden Kriminalromane von David Daniel wärmstens zu empfehlen. Nachdem sie im Abstand von einem Jahr erschienen sind und der zweite Krimi „Herzrasen“ in 2012 veröffentlicht wurde, ist darauf zu hoffen, dass der nächste in diesem Jahr folgen wird.

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Was im Dunkeln bleibt – ein spannender Neapel-Krimi von Petra Krohn

Petra Krohn ist ein Geheimtipp für alle, die Krimis von Donna Leon mögen und nicht unbedingt Wert darauf legen, dass die Handlung auf Venedig fixiert ist. Petra Krohn hat sich nämlich Neapel und das Umfeld als Schauplätze für Mord und Totschlag ausgesucht. Allerdings gibt es ihre wirklich spannenden und ausgezeichnet konstruierten Mordfälle nicht in gedruckter Form, sondern nur als Kindle E-Book. Als ich mich dazu durchgerungen hatte, einen Kindle-Reader zu kaufen, habe ich zunächst einmal nur die Kindle-Editionen heruntergeladen, die es auch als Bücher gibt. Darunter meine Favoriten: Krimiautoren aus dem Norden Europas. Allerdings ist meine zuweilen bessere Hälfte und Ehegatte ein begeisterter Leser von Donna-Leon- und Andrea-Camillare-Krimis, weshalb ich auch schon ein wenig Leidenschaft für die italienischen Commissario Brunetti und Montalbano entwickelt habe.

Nachdem ich mittlerweile mit Indipendent Autoren experimentiert habe und mir einige Kindle-Editionen von Selbstvermarktern las,  habe ich erkannt, dass viele der (noch) unbekannten Krimiautoren es durchaus mit den bekannten Namen aufnehmen können. So auch Petra Krohn. Als erstes ihrer Werke habe ich mir „Was im Dunkeln bleibt“ ausgesucht. Commissario Gennaro Gentilini hat einen Wesenszug, der dem von Mankells Kurt Wallander etwas ähnelt. Ihm hat Petra Krohn die taffe deutsche Journalistin Sonja Zorn als Dame des Herzens an die Seite gepappt. Bei dem Mord an einer schönen Afrikanerin in Pompeij nimmt sie bei den Ermittlungen eine zentrale Rolle ein und trägt maßgeblich zur Aufklärung des Falles bei. Die Auflösung überrascht, denn erst ganz zum Schluss des Romans wird der Leser auf den Täter hingeführt. Ein Happy End im üblichen Sinne gibt es nicht, denn der Täter ist gleichzeitig auch Opfer. Sehr gut an Petra Krohns Krimi gefallen mir die sozialkritischen Elemente, die sie behutsam, aber dennoch klar in die Handlung einbaut. Dem Roman habe ich bei Amazon 5 Sterne gegeben. Der nächste Krimi von Petra Krohn zum Herunterladen auf den Kindle-Reader steht schon auf meiner Agenda.


Übrigens war ich ein scharfer Kritiker von E-Books, musste aber meine Meinung revidieren. Der Kindle-Reader ist ausgesprochen praktisch, wenn ich unterwegs bin. Er ist handlich und passt in jede normal große Handtasche. Wenn ich in Urlaub fahre, muss ich keinen extra Koffer für die Bücher mitschleppen, sondern nur meinen Kindle-Reader, auf dem ich so viele Bücher speichern kann, dass kein Urlaub lange genug ist, um sie alle zu lesen!



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Der Hundeflüsterer von B. C. Schiller

Für spannende Thriller bin ich immer zu haben. Da ich dem E-Book seit einiger Zeit dem gedruckten Roman den Vorzug gebe, weil es im Bett auf dem Kindle wunderbar zu lesen ist, ohne dass die Arme erlahmen, halte ich gezielt Ausschau nach Büchern der Kindle Edition. Mittlerweile habe ich die weniger bekannten Autoren entdeckt, weil die E-Books preiswert sind und wirklich spannende und gut geschriebene Storys dabei. Eine dieser Entdeckungen ist das Autorenpaar B. C. Schiller, das sich auf das Schreiben von Agententhrillern eingeschossen hat. Der „Hundeflüsterer“ ist ein von Anfang bis zum Schluss fesselnder Roman, der mit einem entsprechenden Drehbuch bestimmt einen klasse Kinofilm abgeben würde und eine echte Konkurrenz zu den James-Bond-Verfilmungen wäre. Zwar bin ich nicht der absolute Fan von Agententhrillern, aber wenn sie spannend geschrieben sind, stecke ich doch ganz gerne meine Nase rein.

B. C. Schiller, das sind Barbara und Christian Schiller, ein Ehepaar, das vom Lesen spannender Literatur zum Schreiben eigener Bücher kam. So ist es in der Amazon-Biografie zu lesen. Mir hat „Der Hundeflüsterer“ gut gefallen, denn die agierenden Personen sind gut charakterisiert, der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Wenn ein Mensch mit Hunden so kommunizieren kann, wie in dem Buch beschrieben, dann ist das genial. Aber so ganz glauben will ich es nicht. Egal, die Schauplätze sind beeindruckend und bildhaft beschrieben, und wenn es ein paar brutale Szenen gibt, sind sie noch harmlos, wenn ich Romane von  Jo Nesbo oder Arne Dahl daneben stelle. Das Ende ist anders als man sich erhofft und wirft mehr Fragen auf als beantwortet werden. Fazit: Die 99 Cent für das E-Book „Der Hundeflüsterer“ waren gut investiert.

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Ein immerwährender Adventskalender, der die Seele berührt

Advent Advent

Ein Adventskalender, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und jedes Jahr zur Weihnachtszeit Freude macht, ist das Buch von Iris Schürmann-Mock „Advent, Advent – Weihnachtsbräuche in 24 Geschichten“, das sie zusammen mit ihrer Tochter Karin geschireben hat.  Es ist ein wunderschön illustriertes Buch für all jene, denen Weihnachten mehr bedeutet als üppige Speisen und möglichst viele Geschenke. Die 24 Geschichten sind sprichwörtlich märchenhaft, berühren einerseits durch bildhafte Sprache und andererseits durch Inhalte, die dem Charakter der Weihnachtszeit gerecht werden ohne ein einziges Klischee zu bedienen. Lupenrein recherchiert mit viel Wissenswertem über weihnachtliche Bräuche und mit beeindruckenden und Herz erwärmenden Illustrationen  von Helga Gebert ausgestattet vermittelt das Buch die Adventszeit in seiner authentischsten Form: Weihnachtliche Stimmung verbreitend mit einem gefühlten Duft von Tannengrün und Weihnachtsplätzchen. Es ist ein ebenso origineller wie berührender Adventskalender zum Schenken und selber schenken.

Iris Schürmann-Mock  ist auch für Lesungen zu gewinnen.  Ein Gehimtipp für die Vorweihnachtszeit statt süßlicher Musik aus den Lautsprechern zu verbreiten, eine besinnliche Stunde mit zugleich anheimelnden und informativen Texten zu verbringen. Leider ist das Buch nur noch im Antiquariat zu erhalten. Aber es gibt noch eine ganze Reihe anderer Publikationen von der Autorin, die ich als Weihnachtsgeschenk empfehlen kann.


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Was macht die Kuh im Swimmingpool?

 Das Landei Dr. Gabriele Hefele

Es sind Anekdoten und Geschichten, die Dr. Gabriele Hefele gesammelt hat, um sie in einem knapp 100 Seiten umfassenden Büchlein zu veröffentlichen. Die gelernte Journalistin lebt heute mit ihrem Mann, Pferden, Hund und anderen Lebewesen auf einer Finca in Andalusien. Deshalb handelt ein Großteil der in sich abgeschlossenen Geschichten auch in Spanien. Es geht um’s  Freud‘ und Leid des Landlebens, wobei das Augenzwinkern deutlich erkennbar ist, wenn das Leid zur Sprache kommt. Denn eigentlich – so will es scheinen – fühlt sich die Autorin als Landei pudelwohl, was sie im Vorwort deutlich zum Ausdruck bringt, indem sie schreibt, dass ein Weniger an Luxus ein Mehr an Lebensqualität bedeuten kann. Im Prinzip ist das Büchlein eine Hommage an das Landleben, wo zwar die Intimsphäre verloren geht, dafür aber echte Anteilnahme und Nachbarschaftshilfe hinzu kommen. Am besten gefallen hat mir die Geschichte von der Doppelbadewanne. Besonders der Abschnitt, wo beschrieben wird, warum sich das Planschen zu Zweit in einer normalen Badewadewanne weniger prickelnd darstellt als sich Lieschen Müller  in ihrer erotischen Fantasie vorstellt. „Einer hat immer die Armatur in der Wirbelsäule!“ erklärt Gabriele Hefele und moniert, dass sich auch kein Platz für die Champagner-Gläser findet.

Was macht die Kuh im Swimmingpool?: Freud‘ und Leid des Landlebens“ ist ein ideales Mitbringsel für frisch zugezogene Landeier und  passionierte Stadtmenschen, aber auch für Leute, die schon lange das Image des Landeis pflegen, denn sie erkennen sich  in einigen Geschichten bestimmt wieder oder haben zumindest Ähnliches erlebt. Eine ausführlichen Artikel über das Buch bei Pagewizz finden Sie hier.

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Der 7. Tag von Nika Lubitsch

Da ich mir vor einiger Zeit einen Kindle E-Book-Reader geleistet habe, komme ich auch in den Genuss, Krimis von den Autoren zu lesen, die (noch) nicht auf der Bestseller-Liste stehen. Dabei habe ich einige interessante Krimis entdeckt, die ich wirklich empfehlen kann. Einer davon ist der 7. Tag von Nika Lubitsch. Die Protagonistin Sybille rutscht quasi von einem Tag auf den anderen vom Yuppi-Dasein in den sozialen Abgrund. Schuld daran sind die kriminellen Machenschaften ihres Ehemanns, der – schon am Anfang der Story – erstochen in einem Hotel aufgefunden wird. Daraus entwickelt sich ein spannender Rückblick auf die Ereignisse. Sybille steht unter Mordverdacht und muss sich einem Gerichtsprozess unterziehen. Sie rekapituliert all das, was zur Wende ihres Lebens beigetragen hat und entlarvt den wahren Mörder.

Die Geschichte ist spannend erzählt und hat eigentlich alles, was einen guten Krimi ausmacht. Alles stellt sich letztlich ganz anders dar, als es zu Beginn eigentlich glasklar und logisch erscheint. Ein Thriller, der es in sich hat, wobei  Sybille dem kritischen Leser nicht unbedingt sympathisch erscheinen muss.  Was  Nika Lubitsch mit der Figur der Protagonistin und ihrer Persönlichkeitsstruktur sagen will, erschließt sich für jeden wohl anders. Für mich ist sie die macht- und geldgeile Karrierefrau, emotional verkümmert und bestrebt  zu den Schönen und Reichen zu gehören. Während des Lesens konnte mir nicht verkneifen ein wenig Häme zu empfinden.

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