„Freedom’s Child“ von Jax Miller geht unter die Haut

freedoms childÜber das Buch
(Verlagsinformation)

Niemand weiß, dass sie noch lebt. Nicht mal ihre Kinder. Doch die sind nun in höchster Gefahr.
Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemandem was sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, den Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm hinter sich ließ. Nur spät in der Nacht verfolgt Freedom per Facebook, wie Mason und Rebekah erwachsen werden.
Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. An dem Rebekah verschwindet. Und Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln …
Eine Heldin wie keine. Eine Geschichte von Liebe, Rache, Schuld und Tod.


„Freedom’s Child“ habe ich vom Rowohlt-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank!


Spannend und typisch amerikanisch

Fast jedes Kapitel beginnt mit dem Satz: Mein Name ist Freedom, und…Dieser Name ist die zweite Identität der Protagonistin und der Schlüssel zu den dramatischen Geschehnissen, die sich im Lauf der Geschichte entwickeln. Freedom Oliver, eigentlich Nessa Delaney, ist eine Powerfrau, die sich nicht unterkriegen lässt, aber dennoch verletzlich und sensibel ist. Sie vermisst ihre Kinder, die sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat, weil sie des Mordes an ihrem brutalen Ehemann angeklagt wurde und sich dafür entschieden hatte, dem kleinen Sohn und der im Gefängnis geborenen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.

Dass dieses Leben nicht unbedingt das Beste war, stellt sich erst in der zweiten Hälfte des Thrillers heraus. Ohne Zweifel, das Buch ist enorm spannend geschrieben und beleuchtet viele Missstände mit kritischem Blick: Korruption in Legislative, Exekutive und Judikative, häusliche Gewalt, Drogenhandel, wildwuchernde Sektentätigkeit, Kindesmissbrauch und Unterdrückung von Minderheiten. Dabei kommt mir die Schlüsselfigur zuweilen wie ein weiblicher Clint Eastwood in den meisten seiner Filme vor: mutig, verfolgt, verprügelt, fast am Ende – aber dank Durchhaltevermögen, Clever- und Coolness wie ein Stehaufmännchen doch noch gut davon gekommen. Typisch amerikanisch eben: Das Gute siegt über das Böse, zwischendurch Actionszenen, die einem das Blut in den Adern gefrieren und einige Leichen auf dem Weg liegen lassen. Als dritter Handlungsstrang neben der eigentlichen Geschichte und dem Rückblick in die Vergangenheit gesellt sich  noch eine zarte Liebesgeschichte.

Zur Autorin

Jax Miller

Der eigentliche Name von Max Miller ist Aine O’Domhnaill. Die New Yorkerin ist gerade mal 28 Jahre alt und hat – wie ihr Nachname schon aussagt – irische Wurzeln.

 Fazit:

Wer amerikanische Thriller im Stil von Karin Slaughter oder Tess Gerritsen mit viel Blut und Gewaltszenen mag, ist mit Freedom’s Child gut bedient. Allerdings schießt Jax Miller ab und an über das Ziel der Glaubwürdigkeit hinaus, wenn sie ihre eben gerade noch halbtote Heldin in Nullkommanix wieder zur kraftvollen Kämpferin auferstehen lässt, die sich mit Körpereinsatz und Köpfchen gegen die Bösen um sie herum wehrt und sie niedermetzelt. Aber alles in allem: sehr spannend geschrieben, mit kritischen Untertönen und mit einem Fast-Happy-End.

Meine Bewertung: ***/*-  (3 1/2 Sterne)

Jax Miller 
Freedom’s Child 

erschienen im Rowohlt Verlag
ISBN: 13: 978-3499269752
368 Seiten

broschiert 14,99 €
als Hörbuch und Kindle E-Book 12,99 €


 

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Rezension „Entdeckungen im Spessart – Dreißig Rätsel…“ – Wo Schneewittchen und Tucholsky sich begegnen

Spessart

Das Wasserschloss in Mespelbrunn ist das wohl bekannteste Spessartmotiv. Foto: Karin Lissi/pixabay.com

Aus dem Klappentext: „Den Spessart mal anders kennenlernen. Dreißig hintergründig illustrierte Rätsel tauchen vertraute Orte, Ereignisse, Mythen, Landschaften und Persönlichkeiten in ungewohntes Licht. Das besondere Zusammenspiel von Text und Bild hält für jene, die sich im Spessart auskennen, überraschende Blickwinkel bereit. Andere wiederum mögen sich zu neuen Entdeckungen verführt fühlen…“

Eine Entdeckungsreise der spannenden Art
Durch eine Lesung in Miltenberg wurde ich auf das Buch von Sabine-Fiedler Conradi aufmerksam, das ursprünglich eigentlich gar kein Buch werden sollte. Es enthält 30 Rätsel über den Spessart, wobei es eigentlich um spannende Geschichten mit historischem Hintergrund geht, die in ein Rätsel münden. Wer den Spessart nicht kennt und sein Wissen über das deutsche Mittelgebirge lediglich aus dem Kinofilm „Das Wirtshaus im Spessart“ schöpft, fühlt sich beim Lesen der 30 Rätsel animiert, selbst einmal auf Entdeckungsreise zu gehen, auf den Spuren von Schneewittchen und Kurt Tucholsky zu wandeln. Es sind interessante Informationen, unterhaltsam verpackt und mit einem kleinen Augenzwinkern versehen, die in den 30 Rätseln enthalten sind. Die Auflösung findet sich im Anhang – auf den Kopf gestellt. Der Leser, bzw. die Leserin, muss das Buch erst umdrehen, um die Entschlüsselung der Rätsel zu finden.

Nicht nur für Geschichtsinteressierte eine spannende Lektüre
Ergänzt durch beeindruckende Illustrationen von Horst Noll und zusätzliche Fotos in den Auflösungen ist dieses gut 70 Seiten umfassende Büchlein mit dem Titel „Entdeckungen im Spessart – Dreißig Rätsel, nicht nur für Einheimische“ eine richtig spannende Lektüre, die man immer wieder in die Hand nehmen, darin lesen, die Illustrationen und Fotos betrachten kann. Es bietet zudem einen Einblick in die Kultur und Landschaft, die sich über die Landkreise Main-Kinzig, Aschaffenburg, Miltenberg und Main-Spessart erstreckt und durch die sich der Main mit seinen Nebenflüssen schlängelt. Weiterhin zeigen die Texte auf, dass es sehr bereichernd und spannend sein kann, fernab der Tourismuszentren auf Entdeckungsreise zu gehen und zur Erkenntnis zu gelangen, wie viele schöne Ecken unsere Republik zu bieten hat. Für den fünften Stern fehlt mir die Handlichkeit des Buches, dessen Seiten man quasi gewaltsam umknicken muss, damit sie nicht wieder zuklappen. Aber ansonsten: sehr schön und eine echte Empfehlung!

Meine Bewertung **** (4 Sterne)

Sabine Fiedler-ConradiSpessatraetsel
Entdeckungen im Spessart –
Dreißig Rätsel, nicht nur für Einheimische
mit einem Vorwort von Christian Conradi
und Illustrationen von Horst Noll

72 Seiten
12,90 €
Miraba-Verlag
ISBN 978-3-9817024-0-8

 

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Haifischbecken Büro: „Das ’stille‘? Örtchen“ von Elisabeth G. Schmidt

opening-218074_640Die Protagonistin Lisa Meierfeld arbeitet als Sekretärin in einer von vielen Abteilungen einer großen Firma. Sie hat es mit einer ganzen Reihe von Kolleginnen, Kollegen und Chefs zu tun, die nett oder weniger nett, zuweilen sogar unausstehlich und widerlich sind. Eines Tages wird sie – nicht ohne eigene Schuld – einen ganzen Vormittag auf dem „stillen Örtchen“ im Bürogebäude festgehalten und lauscht unfreiwillig den Gesprächen, die sich im Vorraum entspinnen.

Witzig und tragisch zugleich
Das E-Book ist locker und witzig geschrieben. Die Charaktere der einzelnen Personen sind sehr gut herausgearbeitet, so dass sich der Leser Trixie, Julia, Brummi, Martha & Co,. gut vorstellen kann. Kleidung, Körperhaltung, Frisur und Wesenszüge beschreibt die Autorin sehr detailgenau. Die Situation, die in dem Plot dargestellt wird, hat Lisa Meierfeld im Prinzip selbst herbeigeführt. Eigentlich wollte sie nur kurz die Damentoilette in ihrem Betrieb aufsuchen. Doch kaum hat sie den frühmorgendlichen Kaffee als Stoffwechselendprodukt ausgeschieden, hört sie einer Unterhaltung zwischen zwei Kolleginnen im Vorraum zu, bei der die eine die andere um Verschwiegenheit bietet. So wartet Lisa ab und hofft, dass sie nach dem Verlassen der beiden Kolleginnen ungesehen aus ihrem unfreiwilligen Gefängnis schlüpfen kann. Doch weit gefehlt! Die Damen des Büros geben sich quasi die Klinke des stillen Örtchens in die Hand und tauschen Intimes, aber auch Liederliches und Widerliches aus.

Flott geschrieben und realitätsnah
In dem Buch wird eine Situation beschrieben, wie sie täglich in den Büros mittelständischer Firmen vorkommen könnte. Zumindest die zwischenmenschlichen Entgleisungen tragen sich Tag für Tag unter Kollegen und Kolleginnen zu. Was die Chefs und ihre vermeintliche Vorbildfunktion angeht, ist es in dem Buch nicht anders als in der Realität, wo es bisweilen sogar schlimmer zugeht. Die Handlung ist realitätsnah, das Buch ist flott geschrieben und liest sich schnell, weil man wissen möchte, ob Lisa Meierfeld nun endlich aus dem stillen Örtchen herauskommt und welche Folgen ihr langes Fernbleiben vom Arbeitsplatz hat.

Das Ende ist etwas abrupt, der Spannungsfaden reißt dadurch ab, weshalb ich für „Ein stilles Örtchen“ nur 4 Sterne geben kann. Aber die Idee zu der Geschichte ist super, und der Schreibstil gefällt mir gut. Als unterhaltsame Lektüre vor dem Schlafengehen oder zum Lesen zwischendurch absolut zu empfehlen.

Ein stilles Örtchen von Elisabeth G. Schmidt
Kindle E-Book

4.99 €

Meine Bewertung ****

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Callie Santas Geschichte von der ersten bis letzten Seite spannend

The Callies Santas Chronicles

The Callies Santas Chronicles von Jennifer Heine

Das nahezu druckfrische Buch „The Callie Santas Chronicles – Alphablut“ von Jennifer Heine habe ich nahezu in einem Rutsch gelesen. Es ist  im Fantasy-Genre angesiedelt, aber dennoch völlig anders. Es ist romantisch und aufwühlend, ohne Allgemeinplätze und ohne Friede-Freude-Eierkuchen-Schmalz, sogar richtig sexy, aber nur mit prickelnden Ansätzen, ohne aufs Ganze zu gehen.

Kultur und Mystik der Indianer
Der englische Titel ist auf den Inhalt zugeschnitten, denn die Geschichte ist in den Vereinigten Staaten von Amerika angesiedelt und hat durchaus Tiefgang, zumal es sich um Einblicke in die Kultur und Mystik der US-amerikanischen Urbevölkerung handelt.

Dramatische Liebesgeschichte
The Callie Santas Cronicles ist ein Teenager-Roman, der auch älteren Leserinnen gefallen wird. Bei der Protagonistin handelt es sich um eine 17-jährige College-Schülerin, die mit ihren Eltern von der Großstadt Denver aufs Land zieht und dort eine neue Schule besucht. Doch mit dieser Schule hat es etwas Besonderes auf sich. Es entspannt sich eine dramatische Liebesgeschichte, die jedes Mädchenherz höher hüpfen lässt, aber keineswegs kitschig ist.

Von der ersten bis letzten Seite ist Spannung angesagt. Der Autorin gelingt es, die Leser in Atem zu halten und neugierig auf das weitere Geschehen zu machen. Die in der Geschichte handelnden Personen sind so lebendig beschrieben, dass sie vor dem geistigen Auge Gestalt annehmen und so das oft zitierte „Kopfkino“ entsteht.

Die Autorin:

jennifer_heine_rgb_1024pxJennifer Heine wurde im November 1987 in Leverkusen geboren. Schon seit ihrer frühesten Kindheit gehören Bücher zu ihrem Leben. Mittlerweile ist sie stolze Besitzerin von circa 800 Büchern (eBooks & gedruckte Formate).

Die Liebe zum Buch und zur Schrift brachten sie schon früh zum Schreiben. Angefangen hat alles bei der Schülerzeitung, für die sie viereinhalb Jahre mehrere Gedichte (zeitgenössische Lyrik) verfasste.

Nach der Schule entschied sie sich, eine Ausbildung zur Pferdewirtin zu machen, die sie im Jahr 2008 erfolgreich abschloss. Zusätzlich absolvierte sie noch eine weitere Ausbildung und wurde Bürokauffrau mit Abschluss 2013. Die Leidenschaft zum Schreiben blieb. Mittlerweile ist Jennifer Heine Mutter geworden und hat wieder mit dem Schreiben begonnen. The Callie Santas Cronicles ist das Ergebnis ihrer neu entflammten Freude am geschriebenen Wort.

Zum Inhalt:

Callie weiß nicht genau, warum der Wald plötzlich so eine enorme Anziehungskraft auf sie hat. Aber eines weiß sie ganz sicher: Es muss etwas mit dem College zu tun haben, das sie seit dem Umzug in die Black Hills besucht.

Callie spürt, dass ihre Mitschüler irgendwas vor ihr verbergen. Schon bald findet sie heraus, was es ist und erwacht in einer neuen Welt, umgeben von Lügen und Intrigen. Und dann ist da noch Samuel, der charismatische und gut aussehende Brooks-Sohn, dem sie gleich am ersten Tag ihr Herz geschenkt hat. Doch inwieweit ist er in alles verwickelt und wieso hat plötzlich Noah, Sams Bruder, so ein reges Interesse an ihr? Als Callie bewusst wird, dass durch ihn Gefahr droht, ist es leider schon zu spät … Gemeinsam mit ihren Freunden versucht Callie alles, die zu retten, die sie liebt. Doch welchen Preis muss sie dafür bezahlen?

Ein Teenagerroman, der auch älteren Leserinnen gefällt.

Ein Teenagerroman, der auch älteren Leserinnen gefällt.Jennifer Heine

„The Callie Santas Chronicles – Alphablut“

Format 12,7 x 20,3 cm
376 Seiten
ISBN 978-3-945433-27-0

14,90 €
Erscheinungstermin: 11. März 2015

 

Meine Bewertung: ***** 5 Sterne

 

Das Buch ist nicht nur gut zu lesen, sondern auch in guter Papierqualität, was für ein Taschenbuch ungewöhnlich ist. Das Cover passt allerdings kaum zum Inhalt, weil es eine sehr düstere Stimmung vermittelt.  Die Story ist schlüssig und nachvollziehbar, die Schreibe sehr lebendig.

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„Settergeschichten“ von Lothar Schmöckel: Nicht nur für Setter- und Hundefreunde ein tolles Buch

settergeschichtenNoch bevor das Buch über die Ladentheken der Buchhandlungen geht, hatte ich die Gelegenheit, Lothar Schmöckels „Settergeschichten – Von englischen Lords, Rabauken und besten Freunden“ in die Hand zu nehmen, darin zu blättern und die in sich abgeschlossenen Geschichten zu lesen. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe mich in dieses Buch verliebt. Nicht nur, weil ich Hunde mag, sondern weil diese Publikation in die Kategorie „Besonders schöne Bücher“ einzuordnen ist.

Lothar Schmöckel sagt zu seiner Profession als Autor: „Ich kam zum Schreiben wie die Jungfrau zum Kind, pardon, natürlich der Mensch zum Setter.“ Inspiriert durch die Abenteuer mit seinem Hund Zas fing er an, sie zu kurzweiligen, erfrischenden Geschichten mit viel Esprit zu verfassen. Seine Freunde und Bekannte hatten sich bereits bei seinen Erzählungen köstlich amüsiert. Nun ist ein Buch mit dem Titel „Settergeschichten“ daraus entstanden, aufwändig verarbeitet und wunderschön illustriert mit Fotos und Zeichnungen.

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Lothar Schmöckel, Autor der „Settergeschichten“

 

Auf 160 Seiten, als Hardcover gebunden mit witzigen Geschichten, stimmungsvollen Fotografien und farbigen Zeichnungen findet der Leser eine Lektüre, die alle Sinne berührt: Herz, Augen, Hirn und Fingerkuppen. Es ist ein Buch, das Wärme ausstrahlt und nicht nur dem Hundefreund, ähm… der Hundefreundin, den Tag versüßt, wenn er/sie es in die Hand nimmt.

Zugegeben, als Bettlektüre sind die „Settergeschichten“ ein bisschen schwer, allerdings nur das Gewicht, nicht der Inhalt. Die Geschichten sind so leicht und luftig erzählt, mal aus der Sicht des Herrchens Lothar, mal aus der Sicht des Hundes „Zas“, dass sie den Alltagsstress vergessen lassen. Sie sind kurz, so dass Leser und Leserin beim Schmökern im Bett nicht die Arme abfallen, um eine Erzählung bis zu Ende zu lesen.

„Zas“ stammt aus dem Katalanischen und heißt  „Knall“ oder „Schuss“, insofern wird das Buch als echter Knaller der Bedeutung des Hundenamens gerecht.

Meine Bewertung: *** (3 Sterne: sehr schöne Geschichten, aber etwas hausbackenes Layout ohne Pfiff)

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Settergeschichten – Leseprobe 2 (in die Grafik klicken).

Lothar Schmöckel
„Settergeschichten – Von englischen Lords, Rabauken und besten Freunden“
Format 20,8 x 26 cm, 164 Seiten
Hardcover + eBook
ISBN 978-3-945433-12-6
24,90€
Erstausgabe
Erscheinungstermin: Anfang März 2015

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„Hilfe ich brauche eine Kur“ – ein Ratgeber für gestresste Mütter von Sandra-Maria Erdmann

Mutter-Kind-Kur für gestresste Mütter

Für eine gestresste Mutter kann eine Mutter-Kind-Kur sehr hilfreich sein. Foto: pixabay.com

Das Müttergenesungswerk mit dem Angebot von Mutter-Kind-Kuren ist eine segensreiche Einrichtung, denn es ermöglicht gestressten Müttern (und auch Vätern) nicht nur Kraft zu tanken und gemeinsam mit ihren Kindern – die möglicherweise selbst kurbedürftig sind – eine schöne Zeit zu verbringen. Mutter-Kind-Kuren sind auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und tragen dazu bei, den Alltag mit Familie, Berufstätigkeit und allem, was ein Haushalt mit Kindern an täglichen Aufregungen bietet, zu meistern.

Die Autorin Sandra-Maria Erdmann hat mit ihrem Ratgeber „Hilfe, ich brauche eine Kur!“ auf 360 Seiten detailliert und vor allem verständlich und übersichtlich beschrieben, was es zu beachten gilt, wenn erstmals eine Mutter-Kind-Kur beantragt werden soll. Der Inhalt ist authentisch, denn die Mutter von drei Kindern weiß, wovon sie schreibt. Sie hat selbst alle Phasen von der Planung bis zum Ausfüllen des Antrags und zur aktiven Mitgestaltung der Kur selbst erlebt. Sie verliert sich nicht in Phrasen und Allgemeinplätzen, sondern redet „Tacheles“ und das auf eine höchst unterhaltsame Weise.

Ein Heidenspaß bei den Tagebucheinträgen einer gestressten Mutter
Sowohl Männer als auch Frauen werden einen Heidenspaß haben, wenn sie die Einträge aus dem Tagebuch einer gestressten Mutter lesen. Jene, die sich gerade in einer vergleichbaren Phase befinden, werden Situationen und Emotionen wiedererkennen, die sie fast genauso erleben und ähnliche Empfindungen wie die Autorin haben. Insofern ist der Ratgeber von Sandra Maria Erdmann auch ein Seelentröster für all die Frauen, die meinen, sie entsprächen nicht dem Idealbild der taffen, immer gepflegt aussehenden Supermutter, die alles im Griff hat.

Fünf Kapitel mit viel Inhalt
In fünf Kapiteln hat Sandra-Maria Erdmann alle wichtigen Details zusammengefasst: Die Planung, wie man eine Kur beantragt, medizinische Anwendungen und Alternativen zur aktiven Mitgestaltung, spezielle Schwerpunktkuren (wobei auch die Vater-Kind-Kur eine wesentliche Rolle spielt) und was man tun kann, um nach der Kur nicht gleich wieder in den alten Trott zu verfallen und sich stressen zu lassen. Zwischen den Seiten haben Leserinnen und Leser Gelegenheit, sich auf eingefügten Zeilen eigene Notizen zu machen.

Welche Kurklinik oder welches Kurhaus – See oder Mittelgebirge?
Die Autorin stellt auch eine ganze Reihe von Kurkliniken und Kurhäusern vor, beschreibt das, was sie voneinander entscheidet und wo Kinder mit einer chronischen Erkrankung wie Neurodermitis, Asthma, einer Stoffwechselerkrankung oder einem anderen Handicap eine ihrem Leiden entsprechende Behandlung erhalten.
Alles in allem ist „Hilfe, ich brauche eine Kur!“ das, was ein Ratgeber bieten soll: Tipps mit Hand und Fuß, nahezu alle Bereiche berücksichtigend und im besten Sinne authentisch, übersichtlich und gut gegliedert. Außerdem noch flott und witzig geschrieben, was dazu anregt, das Buch mal zwischendurch in die Hand zu nehmen und das ein oder andere nachzulesen, auch wenn man aktuell keine Mutter-(Vater)-Kind-Kur plant.

Dafür gebe ich ***** (5 Sterne)

Als Paperback in der Printausgabe kostet „Hilfe ich brauche eine Kur!“ 11,95 Euro, als kindle E-Book 6,99 Euro
Es ist 2014 erschienen im Fant Verlag unter der
ISBN 978-3-943710-52-6

 

Die Autorin Sanra-Maria Erdmann

Sandra -Maria Erdmann wurde 1980 geboren, ist Mutter von drei Kindern, aufgewachsen am Rand des Spreewaldes und nach dem Abitur ins Ruhrgebiet gezogen. Dort absolvierte sie eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie und arbeitete anschließend als Restaurant-Assistentin bei einem bekannten Fast-Food-Unternehmen. Doch diese Tätigkeit übte sie nicht lange aus, zog der Liebe wegen ins Sauerland, lebt dort mit Mann, drei Kindern, einer Katze und fünfzehn Wachteln. Seit 2008 schreibt sie als Online-Autorin für verschiedene Magazine im Bereich Partnerschaft und Familie, arbeitet als freie Texterin und betreibt auch eigene Blogs zu den Themen Familie, Freizeit und akute Chaosbewältigung.

 

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Witzig-spritziges Lokalkolorit: Dietrich Faber und sein erster Vogelsberg-Krimi

Provinzkrimis sind seit einigen Jahren der große Renner auf dem Buchmarkt. Niederbayern (Rita Falk), Allgäu (Kobr/Klüpfel), Eifel (Jaques Berndorf), Taunus (Nele Neuhaus) und andere Regionen haben durch umtriebige Autoren an Bekanntheit gewonnen. Nun ist auch der Vogelsberg als mörderisches Terrain entdeckt worden und zwar von einem Kabarettisten. Dietrich Faber ist schon aufgrund seiner (klein-)künstlerischen Tätigkeit ein Meister des Wortwitzes, den er zusammen mit seinem Partner Martin Guth als Kabarettduo FaberhaftGuth erfolgreich umgesetzt hat. So glänzt er in seinem Debüt-Krimi mit blumenreicher Sprache und spritzigen Pointen. Seine Beschreibungen von Personen und Situationen sind so treffend, dass man sich als Beobachter mittendrin in der Handlung wähnt. Das geht ein bisschen auf Kosten der Spannung. Der Vogelsbergkrimi „Toter geht’s nicht“ mit seinem Protagonisten Henning Bröhmann als ermittelnder Hauptkommissar verursacht deutlich weniger Gänsehaut als Schmunzelfältchen.

Mischung zwischen leicht trottelig und nassforsch
Bröhmann ist eine Mischung aus dem etwas trotteligen Kluftinger nach Kobr-Klüpfel-Machart und dem nassforschen Eberhofer aus Rita Falks Ergüssen über Morde in der niederbayerischen Provinz. Eines hat Bröhmann mit beiden Ermittlern gemeinsam: Er ist eher ein Antiheld, der sich selbst als „Memme“ bezeichnet. Mit sich, seinen Beziehungskisten, familiären Problemen und allerhand sonstiger Unbill hätte er eigentlich schon genug zu tun, und die Aufklärung eines Mordfalls ist aus Sicht des Lesers (der in die Rolle des ermittelnden Kommissars schlüpft) mit einer lästigen Zahnschmerzattacke gleichzusetzen.

Dort, wo der größte Vulkan Mitteleuropas spie
Der Vogelsberg als Schauplatz kriminalistischer Agitation hat wirklich viel zu bieten, denn er verfügt über rustikal-romantische Schönheit. Faber schreibt von einem Mittelgebirge, wo der Wind kräftig pfeift und das auch sonst als „mittelmäßig“ zu bezeichnen ist. Deshalb – so meint er – verbringt kaum jemand hier seinen Jahresurlaub, macht höchstens mal einen Ausflug dorthin, wo einst der größte Vulkan Mitteleuropas Lava spie. Dann kommt sie doch noch, die Liebeserklärung:

„Nur eines tut er sicher nicht mehr, der Vogelsberg:ausbrechen. Das hat der erloschene Vulkan mit seinen heutigen Bewohnern gemein. Er weiß, was er an sich hat. Das gefällt mir so. Die weite, raue, unaufgeregte und manchmal karge Landschaft genügt sich selbst und braucht keine modernistischen Veränderungen und erst recht keine Ausbrüche.“

Der Mord bei einem Faschingsumzug in Nidda und die Konfrontation mit einer schlüpfrig-dumpfen Kultur, die sich just in der fünften Jahreszeit zur vollen Blüte entfaltet, wo Gassenhauer wie „Lass uns fummeln, Pummel!“ aus allen Rohren tönen, lassen den Kabarettisten hinter dem Krimiautor hervorblitzen. Genau um diesen Gassenhauer dreht sich dann auch der Plot. Insgesamt gibt es zwei Morde, wovon einer den vermeintlichen Täter schon frühzeitig erahnen lässt. Die Auflösung des weiteren Tötungsdelikts kommt dann etwas überraschend. Dass dabei auch noch ein paar Ungereimtheiten offen bleiben (Phänomenal: Internetzugang und Mobilfunknetz auf einer Berghütte hoch in den Schweizer Alpen!), ist eher nebensächlich und vernachlässigbar.

Flott und witzig geschrieben
Alles in allem ein recht witzig und flott geschriebener Provinzkrimi und als leichte Bettlektüre sehr zu empfehlen. Für Krimifreunde mit Hang zu knisternder Spannung, ätzenden Bösewichten und coolen Ermittlern aber eher ungeeignet. Die müssen sich dann eher in die Seiten blutrünstiger skandinavischer Schriftsteller wie Jo Nesbø vertiefen.

Die Euphorie, die jene Edelfedern von FAZ und Frankfurter Rundschau in ihren Rezensionen verströmen, kann ich nicht uneingeschränkt teilen. Dafür ist die Geschichte nicht rund genug. Es ist ein Debüt, als solches muss man Bröhmanns ersten Fall auch sehen. Als Erstlingswerk ist es gelungen. Der Unterhaltungswert ist hoch, die Spannung eher mäßig. Möglicherweise hat sich Faber in seinen Nachfolgeromanen steigern können.

Für „Toter geht’s nicht“ gebe ich *** (3 Sterne)

Dietrich Faber: Toter geht’s nicht ist im Rowohlt-Verlag erschienen, hat 304 Seiten und kostet sowohl als Taschenbuch als auch als E-Book 8,99 Euro. Fürs Hörbuch als Download muss man 13 Euro zahlen.

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Peronya – Die Geschichte eines Krieges: Ein Fantasy-Roman

Cover-Buch-Peronya„Peronyia – die Geschichte eines Krieges“, so ist der Fantasy-Roman von Stefanie Bernadowitz betitelt, in dem auf gut 560 Seiten (inklusive Anhang mit Erläuterungen zu den handelnden Personen) eine Geschichte erzählt wird, wo Magier, Meermenschen, Ritter, Krieger und stolze Frauen im Mittelpunkt stehen. Es geht um Peronya, ein verlorenes Land. König Karol und sein finsterer Bruder, der Magier Kilian führen seit 15 Jahren eine grausame Herrschaft über Peronya, das sie sich durch Intrige und Mord angeeignet hatten. Die beiden wissen allerdings nicht, dass sich die rechtmäßige Thronerbin mit treuen und mutigen Begleitern auf den Weg gemacht hat, um die Krone zurück zu gewinnen. Bis es aber zu der alles entscheidenden Auseinandersetzung kommt, die nicht nur das Schicksal der Protagonisten, sondern auch die Zukunft von Peronya bestimmt, kommt es zu vielen Abenteuern und gefährlichen Begegnungen.

Gute Verarbeitung, gedämpfter Lesespaß
Das Taschenbuch besticht durch eine qualitativ hochwertige Optik mit einem schön gestalteten Cover und gutem Papier. Die Seitenränder sind erstaunlich schmal gehalten. Der Leser erhält viel Text auf einem Blatt, dazu gut und übersichtlich aufgeteilt und mit Illustrationen ergänzt. Schon die äußere Qualität des Buches reizt den Bücherfreund, sich auch mit dem Inhalt dieses Romans zu beschäftigen.

Ein Mitschnitt von einer Lesung 


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Es ist kaum zu glauben, dass die erst 24-jährige Autorin mit Peronya bereits ihr viertes Buch auf den Markt bringt. Allerdings fehlt es dem Inhalt an Lebendigkeit. Zwar ist die Beschreibung der Charaktere klar, deutlich und nachvollziehbar.  Doch der Spannungsfaden ist nicht vorhanden. Der jungen Autorin gelingt es nicht, ihn von Beginn an aufzubauen, obwohl sie mit sehr viel Fantasie Figuren und Landschaften vor dem geistigen Auge entstehen lässt. Wegen der sich oft episch in die Länge ziehenden Beschreibungen ohne den berühmten „Kick“ fehlt das spannende Kopfkino. Lediglich unerschütterliche Fans des Fantasy-Genres werden an „Peronya – Die Geschichte eines Krieges“ ihre (Lese-)Freude haben.

Meine Bewertung: **

Peronya- Die Geschichte eines Krieges  hat 564 Seiten und kostet in der Print-Ausgabe 16,90 Euro, als E-Book 12,99 Euro und ist in jeder Buchhandlung erhältlich.

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Mein Sommerwind: Berührende Gedichte mit Noten

Wie kommt es, dass ein Mann, der 41 Jahre als hochrangiger Offizier bei der Bundewehr seinen Dienst geleistet hat, romantische Liebesgedichte schreibt und sie auch noch vertont? Diese Frage stellt sich zwangsläufig, wenn man das Buch „Mein Sommerwind…“ von Harald Schlieder in die Hand nimmt und darin blättert. Der Oberst a.D., der seit seiner Pensionierung im Jahr 2004 in Miltenberg lebt, ist ganz anders, als man sich einen Soldaten vorstellt. Er plaudert charmant, schwärmt von Musik, Theater und Literatur. Er gibt sich weder militärisch zackig, noch wirkt sein Äußeres martialisch. Auf den ersten Blick würde man ihn der Berufskategorie Lehrer oder Verwaltungsbeamter zuordnen.

Ehemaliger Offizier und Schöngeist

Harald Schlieder

Keine Frage, Harald Schlieder ist ein Schöngeist und vielseitig interessiert. Seit seiner Pensionierung hat er eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, vorwiegend im Eigenverlag oder als „Book on demand“. Er hat das Leben seines Vaters und seines Großvaters aufbereitet und seine Zeit als Soldat unter dem Buchtitel „Kommando zurück“ zusammengefasst. Er hat ein Märchenbuch für Erwachsene geschrieben, Advents- und Weihnachtsgeschichten aus seiner Kindheit gesammelt und veröffentlicht. Daneben hat er sich auch näher mit seiner Heimatstadt Miltenberg befasst, den Blick von der Haagaussicht näher beleuchtet und war Co-Autor der Anthologie „Literarische Streifzüge“, die zur 775-Jahr-Feier der Stadt herausgegeben wurde. Weiterhin hat er sich auch mit gesellschaftskritischen Themen befasst, die er gebündelt und veröffentlicht hat: „So nicht! Wie sich Deutschland momentan wieder selbst ruiniert – Aktuelle Herausforderungen in unserem Lande“.

In vielen Teilen Europas zuhause
Harald Schlieder wurde zwar nicht in Miltenberg geboren, hat aber dort seine Kindheit verbracht, bevor er – bedingt durch den Beruf seines Vaters – in vielen Teilen Deutschlands und Europas zuhause war. Ende der 50er Jahre und zu Beginn der 60er Jahre eher eine Seltenheit. Der Begriff „Globalisierung“ war damals noch völlig unbekannt. Hier schließt sich der Kreis vom Schöngeist zur militärischen Laufbahn. Harald Schlieders Vater war ein hoch talentierter Musiker, Kapellmeister und Chorleiter, der in Dresden an der Hochschule für Musik studiert hatte.

Neue Heimat in Miltenberg
Wie nahezu alle Männer zur Zeit des Hitlerregimes wurde er zum Militär eingezogen und als Offizier im Russlandfeldzug eingesetzt. Nach dem Krieg hatte es Harald Schlieders Vater nach Weilbach verschlagen; dort hielt er sich zunächst mit Orgelspiel und Fahrradflicken mehr schlecht als recht über Wasser. Später lernte er das nahe gelegene Miltenberg kennen, wo er anfangs als Treuhänder und Dolmetscher bei den Amerikanern arbeitete. Es war ihm gelungen, für seine Frau und den noch ihm Krieg geborenen Sohn einen Zuzugsgenehmigung zu erhalten. Beide hatten im Februar 1945 das Bombeninferno in Dresden überlebt. 1946 baute er dann ein Häuschen in Miltenberg. Nach Gründung der Bundeswehr Mitte der 50er Jahre entschloss sich der gelernte Musiker zur Offizierslaufbahn. „Das Reisen, das Kennenlernen anderer Länder und Kulturen, das Lernen anderer Sprache, das hat mich fasziniert“, berichtet Harald Schlieder, der insgesamt sieben Fremdsprachen gelernt hat und die letzten Jahre seiner Schulzeit in Paris verbracht hat.

Die Leidenschaft fürs Reisen entdeckt
„Das wollte ich auch, das Reisen“, erklärt er seinen Entschluss, nach der Schule zur Bundeswehr zu gehen und eine Offizierslaufbahn einzuschlagen. Die Musik hat ihn aber seit jeher begleitet, denn sein Vater hatte ihm das Notenlesen und Klavierspielen beigebracht. Bis zu seiner Pensionierung hatte Harald Schlieder allerdings wenig Gelegenheit, dieses Talent zu pflegen. sommerwindsommerwind Die Idee zu dem Bildband „Mein Sommerwind…“ schwelte schon seit einigen Jahren. „Bereits 2009 hatte ich den ersten Teil des Buches fertig“, berichtet er. Die meisten Fotos stammen aus dem eigenen Garten, aber es gibt einige Bilder, die er beim Spaziergang oder bei einer Reise zu einem früheren Domizil der Schlieders in Italien mit der Linse eingefangen hat. Die Fotos sind sorgfältig ausgesucht und fangen die Stimmung auf, die in den Versen zum Ausdruck kommen. Die Leidenschaft seines Vaters, kleine Lieder zu besonderen Anlässen zu schreiben und Gedichte zu vertonen, hat Harald Schlieder erst später inspiriert, seinen Gedichten eine Musik zuzuordnen.

buchcover Mein Sommerwind

Mein Sommerwind – Gedichte, Bilder, Melodien

Harald Schlieder hat Melodien für Klavier und Sopran komponiert, die zart und warm wie ein Sommerwind klingen und eine musikalische Ergänzung zu den Liebesgedichten und Bildern sind. „Du bist ein Feld von bunten Sommerblumen/Und ich der Wind/Der in dir weht…“ lautet eines seiner kürzeren Gedichte. Passend dazu wird der Blick des Lesers auf ein Bild mit bunten Sommerblumen gelenkt. Im zweiten Teil finden sich die Noten zu den Texten, die Harald Schlieder mit dem Rat der Miltenberger Pianistin und Musikpädagogin Sylvia Ackermann optimiert und mit Hilfe eines Musiknotationsprogramms lesbar zu Papier gebracht hat. Der Bildband umfasst 14 Gedichte mit dazu passenden Fotografien und Vertonung auf rund 70 Seiten, ergänzt mit einer Inhaltsangabe, einer knappen Zusammenfassung von Harald Schlieders Vita und einer Auflistung seiner bisher veröffentlichten Werke.

Erschienen ist der Band im Shaker Media -Verlag mit der ISBN-Nummer 978-3-95631-132-1 und zum Preis von 11,90 Euro über jede Buchhandlung zu beziehen.

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Harald Schlieder am Klavier

Zur Person
Harald Schlieder wurde am 5. September 1944 in Cosel (Oberschlesien) geboren und verbrachte seine Kindheit nach Vertreibung und Flucht in Miltenberg am Main. Er besuchte zunächst das Gymnasium mit Oberrealschule in Miltenberg, wechselte dann, bedingt durch den Beruf seines Vaters als Bundeswehroffizier, an die Oberrealschule nach Oberstdorf und später an ein französisches Lyceé (Gymnasium) bei Paris, in dem er 1963 sein internationales Baccalauréat, das Abiturzeugnis, erhielt . Seine Offiziersausbildung begann er noch im selben Jahr und ging 2004 als Oberst in Pension. Im Jahr 1978 heiratete er seine Frau Bärbel. Das Paar hat zwei Töchter, Barbara und Sylvia. Seit seiner Pensionierung lebt Harald Schlieder mit seiner Frau in Miltenberg im Haus seiner Eltern, das er aufwendig saniert und renoviert hat. Seine Hobbys sind Fremdsprachen, Gartenarbeit, Klavierspielen, Lesen, Reisen und Schreiben.

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Die Siegfried-Sage pfiffig gereimt – ein Hörbuch

Das Nibelungenlied, insbesondere die Siegfriedsage, ist selbst literarisch wenig bewanderten Menschen bekannt. Das in Mittelhochdeutsch verfasste Heldenepos ist alles andere als leichte Kost und viele Schüler verbinden mit dem zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstandenen Werk quälenden Deutschunterricht.  Der Amorbacher Reinhold Grzega, ehemals Leiter des Karl-Ernst-Gymnasiums, hat den ersten Teil des Nibelungenliedes deutlich geschmeidiger gestaltet und gemeinsam mit drei ehemaligen Schülern ein Hörbuch mit dem Titel „Siegfried“ herausgegeben.

Siegfried

Siegried, eine Heldensage in Versen

Reinhold Grzega  beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Nibelungenlied.  Unter anderem  verfasste er das Büchlein „Siegfried, eine heroische Tragikomödie in  Versen“, illustriert von Mike Bauersachs, das im Jahr 2007 im Amorbacher Plexus-Verlag veröffentlicht wurde. Nun hat der ehemalige Schulleiter die Siegfriedsage in gleichermaßen verständliche und witzige Reime gefasst, die vom Kind bis zum Greis verstanden werden. Das Hörbuch „Siegfried – eine Heldensage in Reimen“ wurde im Sommer vergangenen Jahres vom Amorbacher Plexus-Verlag herausgegeben.

Es macht einfach Spaß, der in zwölf Kapitel unterteilten Geschichte zuzuhören. Hin und wieder stiehlt sich ein Lächeln in die Mundwinkel, denn die gereimten Dialoge sind einfach amüsant. Sieglinde, die  ihren Sohn Siegfried für die holde Weiblichkeit begeistern will: „Xantens Mädchen, glaube mir, sind alle ganz verrückt nach dir!“, scheitert an dessen Vorliebe für Kampfsport.  Siegfried sagt: „Ich muss trainieren, es tut mir Leid, für Mädchen hab‘ ich keine Zeit“.

Dem blutrünstigen Original wird durch Witz und originelle Formulierungen die Brutalität genommen. Vielmehr wird klar herausgearbeitet, dass es in der Geschichte um Neid, Missgunst und Rachegelüste geht und die Bösen nicht nur unsympathisch, sondern bisweilen lächerlich sind. Durch das Karikieren der Figuren und die spritzigen Reime ist das Hörbuch auch für Kinder geeignet. Besonders spannend werden sie es empfinden, wenn sie die Geschichte gemeinsam ihren Eltern hören – zum Beispiel während einer längeren Autofahrt – und dann bei einem Spaziergang im Odenwald auf den Spuren der Nibelungensage wandeln.

Als Sprecherin fungiert Ann-Kathrin Schneider aus Walldürn. Sie hat Grzegas Verse einfühlsam und ausdrucksstark interpretiert. Im Jahr 2002 legte sie ihre Reifeprüfung am KEG  ab, ist heute diplomierte Theaterpädagogin, Rezitatorin, Sängerin und Kabarettistin.  Tobias Krejtschi gehörte dem Abiturjahrgang 2002 an,  zählt als Diplom-Designer nicht nur zu den renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautoren, sondern hat auch einen Lehrauftrag an der Kunstakademie in Hamburg. Er hat das Hörbuch künstlerisch anspruchsvoll illustriert. Neben Reinhold Grzega (von 19984 bis 1996 Schulleiter) zählt Simon Büttner zu den ältesten ehemaligen KEGlern, die das Hörbuch-Projekt realisiert haben. Er bestand 1996 sein Abitur und betätigte sich als Aufnahmeleiter und Regisseur für das Hörbuch. Er übernahm auch die musikalischen Einspielungen mit der Gitarre zwischen den einzelnen Kapiteln. Büttner hat  schon mehrere Audio- und Videoproduktionen umgesetzt, wie zum Beispiel für das Kabarettisten-Trio Matias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber.

Das Hörbuch kostet 11,95 Euro und ist beim Buchhandel sowie bei der Tourist-Information in Amorbach oder direkt beim Plexus Verlag in Amorbach, ISBN 978-3-937996-37-0, erhältlich.

 

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