Diese eine Frage – Mein Leben mit Essstörung

Das Leseexemplar habe ich vom BoD-Verlag erhalten. Ich hatte es angefordert, nachdem ich erfahren hatte, dass die Autorin ganz in meiner Nähe lebt und auch prompt erhalten. Vielen Dank dafür! Die 176 Seiten hatte ich schnell gelesen, denn es handelt sich um eine authentische Geschichte. Sie macht deutlich, dass Essstörungen jeden betreffen kann und sie sich im Kopf abspielen. Eine Krankheit, die lebenslang mehr oder weniger latent vorhanden ist und wie im Fall von Alexandra Walther nur durch Verständnis und Unterstützung im Familien- und Freundeskreis zurückgedrängt werden kann.

Zum Klappentext

Eine Essstörung ist eine Krankheit, bei der sich die Gedanken permanent um das Thema Essen – oder viel mehr das Nicht-essen drehen. Folgen sind psychische Leiden, Rückzug und nicht zuletzt auch gesundheitliche Schäden.
Die Autorin berichtet rückblickend über ihre eigene Erfahrung mit dieser Krankheit, denn sie war selbst jahrelang magersüchtig. Ungeschönt erzählt Alexandra Walther, wie sie aus der Idee, ihr Leben vollständig selbst kontrollieren zu wollen, die Entscheidung traf, massiv abnehmen zu wollen. Sie geriet in einen Kreislauf, der genau das erzeugte, was sie genau vermeiden wollte: den Verlust der Kontrolle über Ihr Leben.
In dem Bewusstsein, die Krankheit vermutlich niemals vollständig zu überwinden, malt die Autorin jedoch nicht schwarz, sondern zeigt vielmehr auf, dass man trotzdem einen Weg finden kann, glücklich mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Sie erzählt von Ihrem Weg zurück ins Leben und gibt Hinweise, wie Bezugspersonen Magersüchtigen begegnen und für sie da sein können.

Meine Bewertung

Die Autorin hat ihre Geschichte flüssig erzählt, die sich spannend liest. Es ist festzustellen, dass sich Alexandra Walther von der Seele schreibt, was sie berührt, wie sie versucht zu analysieren, was sie zur  Magersucht getrieben hat, wie der Weg in die Essstörung abgelaufen ist. Das erklärt auch, warum die Struktur der Story nicht klar aufgebaut ist. Gedankensprünge von der Vergangenheit zur Gegenwart, dann wieder zurück in eine andere Zeitspanne lassen den roten Faden zuweilen abreißen. Ein chronologischer Aufbau wäre hier hilfreich gewesen, damit die Leser und Leserinnen (es sind wohl mehr Leserinnen als Leser, die das Thema beschäftigt), die Geschichte einer Essstörung besser und zwar von Anfang an, über die Eskalation bis zu einem guten (derzeitigen) Ende nachvollziehen zu können. Zu loben ist, dass kaum orthografische und grammatikalische Fehler enthalten sind, was sonst bei vielen Selfpublishern zu beobachten ist.
Zusammengefasst kann ich feststellen, dass dieses Buch für Betroffene und Menschen in deren Umfeld ausgesprochen empfehlenswert ist. Es ist durchweg authentisch und macht klar, dass die Seele die größte Rolle bei dieser Krankheit spielt, flotte Sprüche und gut gemeinte Ratschläge keinen Sinn machen, sondern nur Verständnis und eine liebevolle Begleitung mit Stärkung des Selbtwertgefühls.

Meine Bewertung: **** (4 Sterne)

Diese eine Frage
Mein Leben mit Essstörung

Alexandra Walther

7,99 Euro (E-Book 2,99 Euro)

Paperback, 180 Seiten
ISBN-13: 9783746094908
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 23.02.2018

Über die Autorin ist wenig zu sagen.  Dieses Buch zu schreiben, war ihr Traum, wie sie auf Seite 176 bekennt. Sie gibt allerdings ihre E-Mail-Adresse an, um auf Fragen zu antworten.

Über Ruth Weitz

Freie Journalistin, Autorin und Texterin
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