„Freedom’s Child“ von Jax Miller geht unter die Haut

freedoms childÜber das Buch
(Verlagsinformation)

Niemand weiß, dass sie noch lebt. Nicht mal ihre Kinder. Doch die sind nun in höchster Gefahr.
Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemandem was sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, den Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm hinter sich ließ. Nur spät in der Nacht verfolgt Freedom per Facebook, wie Mason und Rebekah erwachsen werden.
Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. An dem Rebekah verschwindet. Und Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln …
Eine Heldin wie keine. Eine Geschichte von Liebe, Rache, Schuld und Tod.


„Freedom’s Child“ habe ich vom Rowohlt-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank!


Spannend und typisch amerikanisch

Fast jedes Kapitel beginnt mit dem Satz: Mein Name ist Freedom, und…Dieser Name ist die zweite Identität der Protagonistin und der Schlüssel zu den dramatischen Geschehnissen, die sich im Lauf der Geschichte entwickeln. Freedom Oliver, eigentlich Nessa Delaney, ist eine Powerfrau, die sich nicht unterkriegen lässt, aber dennoch verletzlich und sensibel ist. Sie vermisst ihre Kinder, die sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat, weil sie des Mordes an ihrem brutalen Ehemann angeklagt wurde und sich dafür entschieden hatte, dem kleinen Sohn und der im Gefängnis geborenen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.

Dass dieses Leben nicht unbedingt das Beste war, stellt sich erst in der zweiten Hälfte des Thrillers heraus. Ohne Zweifel, das Buch ist enorm spannend geschrieben und beleuchtet viele Missstände mit kritischem Blick: Korruption in Legislative, Exekutive und Judikative, häusliche Gewalt, Drogenhandel, wildwuchernde Sektentätigkeit, Kindesmissbrauch und Unterdrückung von Minderheiten. Dabei kommt mir die Schlüsselfigur zuweilen wie ein weiblicher Clint Eastwood in den meisten seiner Filme vor: mutig, verfolgt, verprügelt, fast am Ende – aber dank Durchhaltevermögen, Clever- und Coolness wie ein Stehaufmännchen doch noch gut davon gekommen. Typisch amerikanisch eben: Das Gute siegt über das Böse, zwischendurch Actionszenen, die einem das Blut in den Adern gefrieren und einige Leichen auf dem Weg liegen lassen. Als dritter Handlungsstrang neben der eigentlichen Geschichte und dem Rückblick in die Vergangenheit gesellt sich  noch eine zarte Liebesgeschichte.

Zur Autorin

Jax Miller

Der eigentliche Name von Max Miller ist Aine O’Domhnaill. Die New Yorkerin ist gerade mal 28 Jahre alt und hat – wie ihr Nachname schon aussagt – irische Wurzeln.

 Fazit:

Wer amerikanische Thriller im Stil von Karin Slaughter oder Tess Gerritsen mit viel Blut und Gewaltszenen mag, ist mit Freedom’s Child gut bedient. Allerdings schießt Jax Miller ab und an über das Ziel der Glaubwürdigkeit hinaus, wenn sie ihre eben gerade noch halbtote Heldin in Nullkommanix wieder zur kraftvollen Kämpferin auferstehen lässt, die sich mit Körpereinsatz und Köpfchen gegen die Bösen um sie herum wehrt und sie niedermetzelt. Aber alles in allem: sehr spannend geschrieben, mit kritischen Untertönen und mit einem Fast-Happy-End.

Meine Bewertung: ***/*-  (3 1/2 Sterne)

Jax Miller 
Freedom’s Child 

erschienen im Rowohlt Verlag
ISBN: 13: 978-3499269752
368 Seiten

broschiert 14,99 €
als Hörbuch und Kindle E-Book 12,99 €


 

Über Ruth Weitz

Freie Journalistin, Autorin und Texterin
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