„Herzblut“ und „Herzrasen“ von David Daniel

Krimis mit Lokalkolorit feiern derzeit fröhliche Urständ‘ und inspirieren junge Autoren oder solche, die sich zwar schon längerer Zeit der schreibenden Zunft widmen, aber bisher noch keine Kriminalromane publizierten, sondern sich als Redakteure in Zeitungsverlagen oder Medienagenturen verdingten. Ein solcher ist David Daniel, gebürtiger Münsteraner, der im Ruhrgebiet seine Jugend verbrachte, aber schon lange in Düsseldorf lebt. Dort sind auch seine beiden Kriminalromane „Herzblut“ und „Herzrasen“ angesiedelt, die sich um den Privatdeketiv Alexander Herz ranken, eine Mischung aus Philip Marlowe, Kurt Wallander und Siggi Baumeister, allerdings im Rheinland agierend.

Mit seinem Debüt-Roman „Herzblut“ dreht sich der Plot um die Emo-Szene, aber auch um die Vergangenheit des Privatdetektivs, der seine Karriere als etablierter Kunsthändler wegen Intrigen des Kriminellen Nicolas Narkov an den Nagel hängen musste. Trotz seiner humorvollen Schreibe gelingt es Daniel, den Leser in eine düstere Welt zu entführen und die Abgründe aufzuzeigen, die das Leben in sich birgt und wie niederträchtig Menschen sein können. So gibt es auch kein Happy End, sondern „Herzblut“ endet mit einer tiefen Trauer des Protagonisten, der einerseits viel Mut hat, andererseits auch sehr verletzlich ist.

In „Herzrasen“ knüpft David Daniel an seinen ersten Roman an und bringt wie in „Herzblut“ wiederum Kommissar Markus Lohmeier ins Spiel, der nach ursprünglich distanzierter Haltung zu einem Weggefährten wurde. Was zunächst wie ein leichter Auftrag anmutet, bei dem ein hoher Verdienst ohne viel Mühe zu erzielen ist, entpuppt sich im Laufe der Handlung zu einem tödlichen Machtkampf zwischen Geheimdiensten, in den der Düsseldorfer Privatdetektiv mitten hinein katapultiert wird.  Herz gerät zwischen alle Fronten und nebenbei auch noch ins Visier von Nicolas Narkov, der ihm nicht nur seine Karriere als Kunsthändler zerstört hat, sondern ihm auch noch ans Leder will. Es fließt viel Blut, und an turbulenten Szenen mangelt es nicht. Ein Roman, der als Vorlage für einen Action-Film dienen könnte. Auch hier hofft der Leser vergeblich auf einen guten Ausgang. Zwar überlebt Alexander Herz die mörderischen Auseinandersetzungen, sieht aber schon einer weiteren Tortur entgegen, die hoffentlich in einem dritten Roman aufgegriffen und verarbeitet wird.

Wer Spannung in Kombination mit Wehmut und schnoddriger Sprache liebt, dem sind die beiden Kriminalromane von David Daniel wärmstens zu empfehlen. Nachdem sie im Abstand von einem Jahr erschienen sind und der zweite Krimi „Herzrasen“ in 2012 veröffentlicht wurde, ist darauf zu hoffen, dass der nächste in diesem Jahr folgen wird.

Über Ruth Weitz

Freie Journalistin, Autorin und Texterin
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