Mord mit Meerblick – Ein Kroatien-Krimi von Ranka Nikolic´

Mord mit Meerblick

Den Roman habe ich als kostenloses Rezensionsexemplar von der Verlagsgruppe Randomhouse erhalten. Vielen Dank! Wie bei allen anderen Rezensionsexemplaren hat dies meine Beurteilung nicht beeinflusst.

Klappentext

In der kroatischen Hafenstadt Rijeka wird ein Mann ermordet aufgefunden. Für Sandra Horvat und ihr Team von der Mordkommission wirft der Fall einige Fragen auf. Dass Sandra nebenbei auch noch die skurrilen Reibereien zwischen ihren Kollegen Milic´ und Zelenika in den Griff bekommen muss und einen neuen Kollegen anzulernen hat, macht die Sache nicht gerade einfacher. Danijel Sedlar ist ein Mann mit festen Meinungen, was zwischen den beiden für jede Menge Zündstoff sorgt. Leider ist er auch unverschämt attraktiv, sodass sie ihm nur schwer widerstehen kann…

Zum Inhalt

Die Inspektorin Sandra Horvat ist eine Frau mit Ecken und Kanten, die ihren Lebenspartner auf dramatische Weise verlor und mit familiären Auseinandersetzungen zu kämpfen hat, besonders mit ihrer Schwester, die sie mit Gesundheitsbelehrungen nervt. Nun hat sie einen komplizierten Mordfall an einem jungen Mann zu lösen, dem am frühen Morgen die Kehle durchgeschnitten wurde. Neben ihren beiden Kollegen, den mit derben Humor gesegneten Mihajo Zelenika serbischer Abstammung und dem von seiner Mutter verwöhnten Jakov Milic muss sie mit dem neuen Mitarbeiter Danijel Sedlar den Tathergang ermitteln. Sozusagen im »Nebenkriegsschauplatz« haben die Kriminalbeamten an einem Schnellkochtopfmord an einer Rentnerin zu knabbern. Sie stehen kurz davor, diesen Fall zu den Akten zu legen, weil sie bei ihren Ermittlungen nicht weiterkommen.
Sandra Horvat und ihr Team befragen zunächst die Bewohner des gepflegten Mietshauses, vor dem der Ermordete von einem Straßenkehrer gefunden wurde. Von Letzterem werden sie auf die Spur eines jungen Mannes geführt, der sich in der Nähe des Tatortes aufgehalten haben soll. Weitere Ermittlungen führen die Beamten zu Freunden des Ermordeten, Fabijan Novosel und Mirko Rak, die sich im Drogenmillieu bewegen. Lange Zeit liegt der Hintergrund des Mordes im Dunkeln, bevor die Lösung durch hartnäckige Polizeiarbeit gefunden wird. Mittlerweile hat Sandra Horvat Gefallen an ihrem neuen Kollegen gefunden, der aber leider verheiratet ist.

Fazit

Die Autorin hat in ihrem Erstlingswerk sympathische, wenn auch zum Teil etwas skurrile Figuren mit exzentrischen Neigungen gezeichnet, die der Geschichte aber Pep und Humor geben. Sehr eindrucksvoll beschreibt sie die Hafenstadt Rijeka mit ihrem mediterranen Flair, kulinarischen und kulturellen Angeboten. Der Kriminalfall ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Im Mittelpunkt stehen Gefühle und menschliche Schwächen, Einsamkeit und unerfüllte Träume. Das ist schön zu lesen, mindert aber die Spannung.

Meine Bewertung ***/* (Dreieinhalb Sterne)

Mord mit Meerblick
Ranka Nicolic´
Blanvalet Verlag, erschienen im März 2017
Taschenbuch, 288 Seiten
ISBN 978-3734103544
9,99 €
Als Audio-CD 10,49 €

 

Zur Autorin

Ranka Nicolic´
Foto: Blanvalet Verlag

Ranka Nikolić wurde 1966 in Rijeka geboren, kam im Alter von drei Jahren nach Deutschland und lebt heute mit ihrer Familie in München – allerdings nicht, ohne ihrer Heimat Kroatien, der sie sich nach wie vor sehr verbunden fühlt, mindestens drei Besuche im Jahr abzustatten.

Sie begann bereits als Jugendliche mit dem Schreiben von Gedichten und Kurzgeschichten und gibt ihre Erfahrung heute als Leiterin von Schreibseminaren weiter. Mord mit Meerblick ist der erste Band ihrer Kroatien-Krimireihe im Blanvalet Verlag.

Quelle: Blanvalet Verlag

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Das Scherbenhaus von Susanne Kliem

Das Scherbenhaus von Susanne Kliem

Den Psychothriller »Das Scherbenhaus« von Susanne Kliem, herausgegeben bei carl’s books erhielt ich als kostenloses Rezensionsexemplar von der Verlagsgruppe Random House, was meine Bewertung nicht beeinflusst.

Der Klappentext

Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage „Safe Haven“, die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im „Safe Haven“ ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt …

Mein Fazit

In der Tat, das Buch ist gut zu lesen und entbehrt nicht an Spannung. Der Plot ist geschickt aufgebaut und führt den Leser in die menschlichen Abgründe eines Psychopathen, der es versteht, die Menschen für sich einzunehmen, sie zu manipulieren und für seine Zwecke  zu missbrauchen, sie zu quälen und an den Rand des Wahnsinns zu führen. Mit Carla Brendel hat die Autorin eine sympathische Protagonistin entwickelt, die trotz schwerem Schicksal und von Angst gepeinigt dem angeblichen Unfalltod ihrer Halbschwester nachgeht und in einem Netzwerk von Intrigen unterzugehen erscheint. Neben der spannenden Handlung erfährt der Leser, bzw. die Leserin viel über kreatives Kochen, bildende Kunst und moderne Architektur mit den vielschichtigen digitalen Steuerungsmöglichkeiten für Raumklima, Sicherheitsvorkehrungen und mehr.

Allerdings wirken einige Verknüpfungen sehr konstruiert und realitätsfern, was den Lesespaß für ambitionierte Krimileser dämpft. Schon früh ist erkennbar, wer der böse Bube ist. Dennoch ist die Idee gut, »Das Scherbenhaus« ist gut erzählt und geeignet als Bettlektüre, die nicht gänzlich den Schlaf raubt.

Meine Bewertung **** (4 Sterne)

Susanne Kliem
Das Scherbenhaus
carl´s books
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-570-58566-5
€ 14,99 [D] inkl. MwSt.
€ 15,50 [A] | CHF 20,50*
(* empf. VK-Preis)

 

Die Autorin

Susanne Kliem
Foto: carl´s books

Susanne Kliem wurde am Niederrhein geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist gelernte Buchhändlerin und arbeitete u. a. als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF sowie für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Seit 2009 hat sie bereits zahlreiche Krimis geschrieben. Nach dem Thriller Die Beschützerin (2014) erschien von ihr – ebenfalls bei carl’s books – der hochgelobte Kriminalroman Trügerische Nähe (2015), zu dem eine Verfilmung bereits in Vorbereitung ist.

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Schön erzählt: Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni

Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Roman wurde mir von Randomhouse zur Verfügung gestellt! Vielen Dank! Dies
hatte allerdings keinen Einfluss auf meine Rezension.

Der Klappentext

Elettras früheste Kindheitserinnerung ist der Duft von Anisbrötchen. Ihre Mutter war eine begnadete Bäckerin, deren Köstlichkeiten direkt den Weg zum Herzen der Menschen fanden. Doch seit sie schwer erkrankt ist, steuert die Bäckerei der Familie auf den Bankrott zu. Und Elettra ist ganz auf sich allein gestellt, denn sie erfuhr nie, wer ihr Vater ist. Als sie von einer kleinen Insel im Mittelmeer hört, auf der ihre Mutter die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht haben soll, reist sie kurz entschlossen dorthin. Inmitten von Zitronenhainen stößt sie auf ein verlassenes Kloster, das eine alte Liebe verbirgt – und vielleicht das große Glück.

Zum Inhalt

Zugegeben, es ist eine sehr schön erzählte Geschichte, die durch beeindruckende Sprachbilder beeindruckt. Sätze wie »Das Gefühl, wieder dem Leben ausgeliefert zu sein, bereitete ihr Unbehagen«, ziehen sich wie Gemälde durch das knapp 450 Seiten starke Werk. Es ist die Geschichte einer Vergangenheitsbwältigung und ein »Frauending«. Über Jahrhunderte verwurzelte Traditionen, Mystik, Naturgewalten und Trauer um eine verlorene Liebe sind die Grundlage. Die Protagonistin geht auf Spurensuche und verbringt eine lange Zeit auf der Insel Isola del Titano, wo sie letztlich viel über die Vergangenheit ihrer Mutter erfährt und ihre eigenen Wurzeln findet. Sie wird konfrontiert mit einer leidenschaftlichen Liebe und hat Angst davor, das gleiche Schicksal wie ihre Mutter zu erleben. Es sind tragische Verwicklungen, die sich in einem alten Kloster und auf der Insel abspielen, in die Vergangenheit hineinreichen und die Gegenwart beeinflussen. Eingestreut in die Handlung sind viele Backrezepte, die auch in der Geschichte eine Rolle spielen.

 Mein Fazit

Als Freundin von verzwickten und humorigen Kriminalgeschichten fiel es mir schwer, diesen Roman bis zum Ende zu lesen. Romantische, geheimnisumwobene Liebesgeschichten voller Mystik, wecken bei mir wenig Begeisterung, selbst wenn sie einem gehobenen literarischen Anspruch gerecht werden. Die agierenden Personen sind zwar vor dem geistigen Auge präsent, aber ihre Handlungsweise ist, von mir diplomatisch ausgedrückt: »nicht von dieser Welt«. Es fehlt auch der Spannungsfaden, der die Leser mitzieht und die Neugierde anfeuert. Kurz gesagt: Der Roman ist nichts für mich, anderen mag er gefallen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Meine Bewertung: *** 3 Sterne

Erschienen: 13.03.2017
ISBN: 978-3-328-10040-9
447 Seiten
Taschenbuch, Klappenbroschur

Preis € 10,00
Penguin-Verlag

Die Autorin

Valentina Cebeni
(Randomhouse)

Valentina Cebeni wurde 1985 in Rom geboren, doch sie trägt das türkisblaue Meer, das dieKüste Sardiniens umspielt, im Herzen. Bereits seit ihrer Kindheit hat sie zwei große Leidenschaften: für mitreißende Geschichten und für das Kochen und Backen. Sie liebt es, über die Rezepte ihrer Familie die gemeinsame Vergangenheit wiederzuentdecken. „Die Zitronenschwestern“ ist ihr Debüt in deutscher Sprache.
(Quelle: Randomhouse)

 

 

 

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Omas Pilze – ein etwas anderes Rezeptbuch von Marianne Wollrabe

Ein Pilzrezeptbuch der besonderen Art.

Vielen Dank dem Verlag Shaker Media, der mir das Reszensionexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Das hat meine Bewertung des Buches allerdings nicht beeinflusst.

Zum Inhalt

Heimische Speisepilze selbst im Wald und auf der Wiese sammeln und zu Hause zubereiten – nach Omas Originalrezepten! Marianne Wollrabe verrät, wann und wo die besten Pilze sprießen, wie man sie findet, trocknet, lagert und verarbeitet. Zum Wiederentdecken: Köstliche Klassiker mit Wiesenchampignons, Pfifferlingen und Steinpilzen. Zum Nachkochen: Längst vergessene Schlemmereien mit Pilzsorten wie Herbsttrompete, Schopf-Tintling und „Krause Glucke“. Diese delikaten Pilzgerichte enthalten viel Eiweiß und wertvolle Mineralstoffe, unterstützen das Immunsystem und haben fast keine Kalorien. Flankiert werden die Rezepte mit Ratschlägen zum Pilzesammeln und eigenen Erfahrungen, die zum Verfassen dieses Buches führten.

Meine Bewertung

Schon allein die Fotos in diesem besonderen Rezeptbuch machen Lust, selbst auf Wanderschaft zu gehen, Pilze zu sammeln und sie zu einem leckeren Gericht zu verarbeiten. Die Rezepte sind gut zusammengefasst und machen es auch der wenig erfahrenen Köchin oder ihrem männlichen Pendant leicht, sie nachzukochen. Flankiert werden sie mit hilfreichen Tipps zum Gelingen des Pilzgerichts.
Daneben finden sich auch wissenswerte Informationen über die einzelnen Pilze und immer der Rat, Vorsicht walten zu lassen, wenn man den gesammelten Pilz nicht haargenau kennt. Im Anhang werden noch einmal die wichtigsten Giftpilze vorgestellt und an welchen besonderen Merkmalen man sie erkennt.

Fazit

Ein gelungener Ratgeber für alle, die Pilze mögen und sie selbst zu einem leckeren Gericht verarbeiten möchten. Hervorzuheben sind die verschiedenen Variationsmöglichkeiten von der Suppe über eine rein vegetarische Zubereitung bis hin zum besonderen Clou eines Fleischgerichts. Die große Schrift ist gut lesbar, und die zwischen den Rezepten eingestreuten Abbildungen gefallen dem Auge. Ganz wichtig sind auch die Hinweise auf die Gefahren, selbst auf Pilzsuche zu gehen, wenn die Kenntnisse fehlen.

Meine Bewertung: **** 4 Sterne

Erscheinungsdatum: 17.03.2017

Preis: 12,90 €/16,20 SFr
Paperback
ISBN 978-3-95631-568-8
88 Seiten
23 Abbildungen
Gewicht, 142 g, Größe 21 x 14,8 cm
Auch als E-Book (Epub) zu 6,90 € erhältlich

Zur Autorin:

Marianne Wollrabe, Jahrgang 1946, stammt aus Herzberg am Harz.

Die Kochleidenschaft liegt ihr im Blut: Ihr Vater war ein ungarischer Meisterkoch. Schon als Kind kochte sie gern und verwendete möglichst viele frische Kräuter, was zur damaligen Zeit ein Novum darstellte. Marianne Wollrabe veröffentlichte bereits mehrere Koch- und Sachbücher und präsentierte ihre Kochkunst im NDR-Fernsehen. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, sieben Enkelkinder und drei Urenkel. Zum vorliegenden Pilz-Kochbuch hat sie ihr Mann inspiriert.

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Rezension »Diese eine Reise« von Adele Sansone

Vielen Dank der Autorin Adele Sansone, die mir das Buch als Lese-Exemplar zur Verfügung gestellt hat, was mich aber nicht bei meiner Bewertung beeinflusst hat.

Der Klappentext:

Hannah und Harry, zwei Jugendliche, sollen für die Schule eine fächerübergreifende Arbeit zum Thema »Asyl« schreiben. Sie beginnen, im Flüchtlingsheim zu recherchieren, doch bald schon wird aus der reinen Schularbeit wesentlich mehr. Nicht nur, dass sich die beiden bei ihrer Recherchen näher kommen. Sie lernen auch Neo kennen, einen jugendlichen Flüchtling, der sich als »Illegaler« ohne Papiere vor der Polizei verstecken muss. Hannah will Neo schützen und bittet ausgerechnet Harry um Hilfe, der auf Neo eifersüchtig ist. Zu dritt geraten sie in eine Polizeikontrolle. Doch wird Harry den Rivalen ausliefern, bloßstellen oder schweigt er? Eine dramatische und spannende Reise beginnt…

Zum Inhalt:

Eigentlich können sich Hannah, die unscheinbare, aber mutig für ihre Einstellung eintretende Schülerin und Harry, der Aufschneider und rassistische Äußerungen verbreitende Klassenkamerad überhaupt nicht leiden. Im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass Harry gar nicht so ist, wie er sich gibt. Von ihrem Lehrer sanft dazu gezwungen, müssen sich beide zusammentun und in einem Flüchtlingsheim Asylbewerber interviewen, um die unterschiedlichen Hintergründe für die Flucht der Asylsuchenden zusammenzutragen. Harry erkennt, dass er sich von Vorurteilen leiten ließ. Es wird ihm bewusst, dass jedes Schicksal der im Flüchtlingsheim untergebrachten Asylbewerber schlimm ist. Eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich zwischen Hannah und Harry. Parallel zu diesem Handlungsstrang wird die Geschichte von Joseph, einem algerischen Jugendlichen erzählt, dessen Familie der christlichen Minderheit angehört und deshalb in ihrem Heimatland verfolgt wird. Joseph begibt sich ganz alleine auf die Reise nach Europa, auf seinem Weg unterstützt von Freunden und Verwandten. Sie nehmen ihn auf verschiedenen Zwischenstationen auf. Joseph hat das Ziel, eine Kommilitonin seines Vater zu finden, die vor mehr als 20 Jahren mit ihm studiert hatte und damals eine gute Freundin war. Schließlich landet er als so genannter »Illegaler« in der Stadt, in der Hannah und Harry leben. Durch einen Zufall begegnet er Hannah, und die Fäden laufen zusammen.

Mein Fazit

Zwar ist »Diese eine Reise« von Adele Sansone in der Kategorie Jugendbuch angesiedelt, aber es ist auch für nicht mehr so ganz jugendliche Leser spannend zu lesen. Mit viel Sinn für die Realität beschreibt die Autorin die Situation von pubertierenden Schülern, die sich in einer prekären Entwicklungsstufe befinden, in der das Opponieren zum Abnabeln gehört. Sie verwendet auch viele Elemente der Jugendsprache, die der Authentizität dieses Romans besonders zuträglich ist. Hannah ficht tägliche Kämpfe mit ihrer Mutter aus, die sich aber meist nicht provozieren lässt und mit Verständnis an den Abnabelungsprozess ihrer Tochter herangeht. Harry lässt sich auf rassistische Parolen ein, ist gewaltbereit und wird von seinem Elternhaus in einer Art Wohlstandsverwahrlosung sich selbst überlassen. Beide müssen sich, gelenkt von einem klugen und empathischen Lehrer, mit Flüchtlingsschicksalen beschäftigten und die Gründe für die Flucht erforschen. Ihnen wird klar, dass sowohl die Verfolgung im Heimatland als auch bittere, wirtschaftliche Not nachvollziehbare Ursachen für eine oft waghalsige und risikoreiche Flucht sind. Die parallel zu diesem Handlungsstrang erzählte Geschichte von Neo, der eigentlich Joseph heißt, beschreibt den Weg der Flucht eines Jugendlichen aus Algerien. Das Zusammentreffen mit Hannah und Joseph führt zu einem spannenden Höhepunkt, der sich zum Ende des Romans entwickelt. Wer wissen will, ob es gut oder schlecht ausgeht, dem sei zumindest verraten, dass die Protagonisten zum Schluss ihre Lehre aus den Entwicklungen gezogen haben. Ein lesenswertes Buch, nicht nur für Jugendliche – und als Schullektüre im Deutsch- oder Sozialkundeunterricht wärmstens zu empfehlen.

Meine Bewertung ***** (5 Sterne)

A. C. Sansone
Diese eine Reise
erschienen im von Loeper Literaturverlag
ISBN 978-3-86059-320-2
Taschenbuch, 196 Seiten
14,90 Euro

Zur Autorin

Adele Sansone wurde 1953 in Wien geboren, aufgewachsen ist sie in Breitenfurt. Seit 1982

Adele Sansone. Foto: A. Sansone

lebt sie als nicht gebürtige Tirolerin mit ihrer Familie in Axams. Sie schreibt und illustriert seit 1995 Kinder- und Jugendbücher. Ironische Kurztexte, die zeitgeistige Phänomene betreffen, erscheinen unter dem Sammeltitel: FrauenStimmen. Unter anderem erhielt sie für das Jugendbuch »Hassan« den Jugendliteraturpreis des Landes Steiermark. Dieses Buch wurde von der Gustav-Heinemann Stiftung in die Auswahl der empfohlenen Jugendbücher gewählt.Das Bilderbuch »Das Grüne Küken« wurde 2004 mit dem «Best of the Best« Award (New York) ausgezeichnet und findet sich in der Liste der wichtigsten Kinderbücher über Adoption wieder. Schwerpunkte in ihrer Literatur sind das Miteinander, die Förderung von Toleranz und Achtung und das Mitgefühl mit dem Schwächeren.
Quelle: Literaturport

 

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Andalusien ist anders

Buchcover Andalusien ist anders.

Vielen Dank der Autorin Gabriele Hefele, die mir dieses Exemplar und die Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Aus dem Vorwort:

Ich sehe »mein Andalusien« nach über 16 Jahren hier ganz und gar nicht unkritisch, wenn auch immer mit Augenzwinkern. Ich bewundere die Südspanier mit ihrer Fähigkeit zu improvisieren, lösungsorientiert zu leben und nicht streng vorschriftsorientiert, zu arbeiten, um zu leben und nicht umgekehrt. Auch, wenn ich meine deutschen Wurzeln nicht verleugnen kann, mich hin und wieder gerne auf unsere sogenannten typischen Tugenden berufe wie straffe Organisation, Direktheit und auch Sturheit, so kann ich mir ehrlich gesagt heute nicht mehr vorstellen, woanders zu leben.

Mein Eindruck:

Auf rund 130 Seiten zeichnet die Autorin ein sehr persönliches Bild von Andalusien, dem Südspanien, in dem es sich gut leben lässt. Wie sie bereits im Klappentext anklingen lässt, ist es ein Büchlein mit viel Insiderwissen und ein Tipp für alle, die sich neben den zahlreichen Reiseführern etwas intensiver mit der Region befassen und hinter die Kulissen blicken wollen. Sie erhalten einen gut strukturierten Ratgeber mit humorvollen, aber nicht unkritischen Beschreibungen der andalusischen Lebensweise aus der Sicht einer seit 16 Jahren dort lebenden Frau, die als gelernte Journalistin mit scharfem Blick für das Wesentliche ihre gesammelten Eindrücke und Kenntnisse zusammengefasst hat. Nicht nur für die Leser ein Geheimtipp, die Andalusien kennenlernen wollen, sondern für Menschen, die Freude an gut geschriebenen Texten haben. Das Büchlein liest sich flüssig und lässt sich immer mal wieder in die Hand nehmen, um darin zu blättern und sich an den (persönlichen) Fotos zu erfreuen, die klein, aber fein zu einzelnen Kapiteln eingestreut sind. Gabriele Hefe hat ihre Ausführungen mit kurzatmigen und dennoch umfassenden Erklärungen ausgeschmückt, schildert beispielsweise die Herkunft des Flamenco und warum der Stierkampf auch in Andalusien bald passé sein wird. Im Anhang gibt es noch einen kleinen Test, ob man fürs Leben in Andalusien geeignet ist und ein Glossar über die Feste und Feiertage in Spanien! muy agradable! (sehr schön!)

Meine Bewertung ***** (5 Sterne)

  

Andalusien ist anders
142 Seiten (mit Anhang)
BoD Verlag (Books on Demand)
ISBN 978-3-741-251290
8,90 €

Zur Autorin

Dr. Gabriele Hefele, Journalistin, Autorin vieler Anekdotensammlungen lebt seit 2011 auf einer Finca in Andalusien. Sie wurde unter anderem bekannt mit ihren Kolumnen über diese spanische Region am südwestlichen Ende Europas. Ihr Buch »Mein andalusischer Gärtneist nach wie vor die Gebrauchsanleitung für deutsche Ausgewanderte und Touristen.

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Gute-Macht-Geschichten bereiten eher schlaflose Nächte


Gute-Macht-Geschichten

Vielen Dank dem Westend-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Aus dem Klappentext: So werden wir durch Sprache manipuliert: Deutschland muss „fit für die Zukunft“ gemacht werden, wir müssen die „Wettbewerbsfähigkeit“ steigern, wir brauchen „Reformen“ – das ist „alternativlos“! Solche Sprüche hören wir Tag für Tag.
Mit vermeintlichen Gewissheiten wie diesen wird in Deutschland Politik gemacht. Doch was ist dran?
Stepahn Hebel und Daniel Baumann entlarven die Floskeln der Macht und übersetzen die wichtigsten Begriffe aus dem Wörterbuch der Irreführung in leicht verständlichem Klartext. Ein Begleiter für alle, die die Sprache der Macht durchschauen wollen.

Zum Inhalt

Auf 247 (mit anhängenden kurzen Anmerkungen und Quellenangaben) wird dem politisch interessierten Leser vermittelt, mit welchen Floskeln er Tag für Tag in den Medien konfrontiert wird, die deutsche Politiker im Munde führen und vermeintlich Positives in die Welt hinaustragen wollen. Von A bis Z werden Begriffe wie „Ausgabenüberschuss“, „Gutmensch“, „Reform“, „unterprivilegiert“ bis „Zinsenteignung“ detailliert definiert und analysiert werden. Ein Beispiel: Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, der politisch immer große Beachtung geschenkt wird. Politiker wie der ehemalige Bundesumweltminister Altmaier oder führende Funktionäre von Wirtschaftsverbänden betonen nahezu gebetsmühlenartig: “ Wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im Blick behalten…“, so oder in ähnlichen Formulierungen. Die beiden Autoren, Hebel und Baumann, zeigen auf, dass es hierbei immer Gewinner und Verlierer gibt, weil der Konkurrenzdruck groß ist und gerade im Exportgeschäft die Wettbewerbsfähigkeit durch die Globalisierung großen Risiken unterworfen ist. Läuft es einmal nicht so gut, dann wird oft Sozialdumping betrieben. Statt Innovationen in neue Produkte oder Dienstleistungen zu stecken, wird an der Lohnschraube gedreht, was letztlich zur Ausbeutung derer führt, die durch ihre Arbeitsleistung eine Volkswirtschaft stützen. Als Lösung sehen Hebel und Baumann gemeinsame Sozialstandards für alle Arbeitnehmer in Europa an, um den Konkurrenzdruck zu lockern und gleichzeitig Einfuhren aus Ländern, die Billiglöhne präferieren,  Zölle aufzuerlegen. Die Debatten über Freihandelsabkommen zeigen nicht in diese Richtung, wie die beiden Autoren kritisch anmerken.

Mein Fazit:

Ein Buch, das man bei der Lektüre der Tages- oder Wochenzeitung immer zur Hand haben sollte, um die Begriffe nachzuschlagen, die uns von den Politikern als positiv oder alternativlos (ha, ha) verkauft werden. Als Bettlektüre ist dieses Buch nicht zu empfehlen, denn beim Lesen werden die Synapsen aktiviert, die unruhige Gedanken entwickeln und hellwach machen. Als Unterrichtsmittel für Sozialkundelehrer sind die Gute-Macht-Geschichten besonders gut geeignet, um mit den Schülern einzelne Begriffe durchzuarbeiten (es müssen ja nicht alle sein) und sie anzuregen, sich mit der politischen Sprache auseinanderzusetzen.

Meine Bewertung: **** (4 Sterne) Die Sprache der Mächtigen

Gute-Macht-Geschichten
Daniel Baumann &
Stefan Hebel

Erschienen am 17. März 2016
im Westend-Verlag, Frankfurt
ISBN 978-3-86489-126-7
16,00 € (incl. MwSt)
16,50€ (A)

 

 

Zu den Autoren

 

Daniel Baumann

ist Ressortleiter Wirtschaft der Frankfurter Rundschau, zuvor schrieb er für Berliner Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger und FR. Er ist Schöpfer des Arbeitsmarktindex FRAX und wurde 2014 vom Fachmagazin Wirtschaftsjournalist zu den besten jungen Wirtschaftsjournalisten des Landes gewählt.
Foto: Peter Juelich

 

Stephan Hebel

Kommentator und politischer Autor. Er schreibt für die Frankfurter Rundschau sowie für Deutschlandradio, Freitag, Publik Forum und weitere Medien. Er ist zudem regelmäßiger Gast im »Presseclub« der ARD und ständiges Mitglied in der Jury für das »Unwort des Jahres«.
Foto:  Alexander Kempf

Vielen Dank dem Westend-Verlag, der die Downloads zur Verfügung gestellt hat.

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In 30 Minuten mehr über Achtsamkeit wissen

Entspannung

Achtsam mit sich selbst umzugehen und die sinnlichen Momente genießen, hilft den Alltag zu bewältigen und nicht aus der Balance zu gleiten. Foto: pixabay

Vielen Dank dem Gabal-Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte!

“30 Minuten Achtsamkeit” aus dem Klappentext:

Gerade in Zeiten hoher Stressbelastung werden wir häufig unachtsam für die eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Wer seine Kräfte immer wieder überschreitet oder seine

Bedürfnisse verleugnet, tut sich selbst keinen Gefallen: Die Gesundheit leidet, die Nerven liegen blank und alles, was Freude bereitet, kommt zu kurz. Dörthe Huth zeigt Ihnen in diesem fundierten und praxisnahen Ratgeber, wie Sie mit Achtsamkeit für sich selbst Verantwortung übernehmen und gut für sich sorgen. Erfahren Sie in 30 Minuten, wie Sie Achtsamkeit in Ihren Alltag integrieren, Ihr Wohlbefinden und den Kontakt zu anderen Menschen verbessern sowie zunehmend Souveränität gewinnen.

Zum Inhalt
Auf 92 Seiten werden in gut strukturierter Form Tipps und Beispiele erörtert, wie es gelingen kann, sich nicht vom Stress des Alltags in die Zange nehmen zu lassen. Es geht darum, ein Bewusstsein für den gegenwärtigen Moment zu entwickeln und die Mücken im Kopf mit unzähligen Vorhaben und Aufgaben zum Schweigen zu bringen. Kurz zusammengefasst: Das achtsame Erleben sinnlicher Augenblicke in den Vordergrund zu rücken, um daraus Kraft zu gewinnen und Gelassenheit zu üben.

Mein Fazit
Ds Büchlein gibt in der Tat durch seine klare Struktur mit dem Hervorheben der wichtigsten Punkte innerhalb 30 Minuten wertvolle Informationen, wie der Alltag mit bewusstem Erleben sinnlicher Eindrücke Inseln der Ruhe beschert. Wenn man die Wertschätzung des Bewusstseins ernst nimmt und automatisierten Abläufen eine Absage erteilt, sollte dies auch für Leute möglich sein, die Hummeln im Popo haben. Es geht auch darum, Gefühle anzunehmen, egal ob negativ oder positiv und zu lernen, damit umzugehen. Ich gebe zu: Das muss ich noch intensiv üben, denn meine italienische Urgroßmutter hat mir viel Temperament in die Wiege gelegt, was oft zu impulsiven Reaktionen führt. Genauso muss ich lernen, Situationen und Menschen nicht sofort zu bewerten, sondern ihnen mit Gleichmut zu begegnen und sozusagen als neutraler Beobachter gegenüber zu stehen. Dörthe Huth rät, den „inneren Beobachter“ in uns zu aktivieren, quasi in Kontakt mit sich selbst zu treten.

 

Meine Bewertung: ***** (5 Sterne)

30 Minuten Achtsamkeit

von Dörthe Huth,
GABAL-Verlag 2016,  Softback 96 Seiten.
ISBN: 978-3-86936-708-8,
€ 8,90 (D) | € 9,20 (A)

 

 

 

Dörthe Huth

Zur Autorin:

Dörthe Huth (1968) lädt mit ihren Büchern, Seminaren und Coachings zum Loslassen,Querdenken und Neudefinieren ein. Sie hat ein Studium der Germanistik, Psychologie und Computerlinguistik absolviert und verschiedene Weiterbildungen durchlaufen. Heute ist sie als Autorin, Coach und Heilpraktikerin (Psychotherapie) tätig und lebt mit ihrer Familie in Dorsten. Sie ist Mitglied im Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker (Psychotherapie) und Psychologischer Berater e.V. (VfP) sowie im Verband deutscher Schriftsteller VS ver.di. Die Website der Autorin: http://www.doerthe-huth.de

Bildquelle: Homepage von Dörthe Huth

 

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Leselaub- der Schreibtisch im Spessart

Herausgeber: Sabine Fiedler-Conradi

LeselaubZum Inhalt:
Leselaub versammelt Geschichten und Gedichten von 15 schreibenden Menschen quer durch den Spessart, so anregend wie ein Spaziergang durch den bunten Mischwald: zum Staunen, Schmunzeln und Träumen ebenso wie zum Entdecken, Innehalten und Wiedererkennen.

 

Vielen Dank, Frau Fiedler-Conradi vom Miraba-Verlag, dass Sie mir das Buch als Lese-Exemplar zur Verfügung gestellt haben!


 

Vergnügliches Entblättern

Nachdem ich bereits die Entdeckungen im Spessart (30 Spessarträtsel) von Sabine Fiedler-Conradi gelesen und rezensiert habe, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch, das sie in einer Anthologie herausgegeben hat. Ich wurde nicht enttäuscht, denn es hat mir genauso gut gefallen wie die Spessarträtsel. Die Geschichten sind so unterschiedlich und bunt wie der Spessart, wo sich Landschaften und Ansiedlungen ganz unterschiedlich darstellen: Im hohen Spessart sieht es ganz anderes aus als beispielsweise im hessischen Zipfel rund um Bad Orb oder im Gebiet am Untermain.

Gedichte und Geschichten wechseln sich ab, mit viel Sorgfalt und Gespür zu einem Band mit vier thematischen Schwerpunkten zusammengestellt:

  • Vom Entdecken und Staunen
  • Vom Miteinander und Gegeneinander
  • Vom Erinnern und Innehalten
  • Von Träumen und Albträumen

Die eingestreuten Gedichte, zum Teil in Mundart verfasst, tragen zur Auflockerung und bunten Mischung bei. Die grafischen Elemente (Blattsilhouetten von verschiedenen Laubsorten), zwischen die Texte eingestreut, sorgen für eine freundliche und gediegene Anmutung. Sie schmeicheln dem Auge.

Da es sich um insgesamt 15 Autoren handelt, darf der Leser (die Leserin) in unterschiedlichen Metiers schwelgen. Es geht mystisch-romantisch, manchmal witzig, aber  zuweilen auch melancholisch und nachdenklich zu. So sind die Beiträge zu Schneewittchen, einer Märchenfigur der Gebrüder Grimm, die zum Markenzeichen der Spessartstadt Lohr geworden ist, aus unterschiedlicher Sichtweise (einmal historisch, ein andermal satirisch) beleuchtet. Hier sei angemerkt, dass das geplante Kunstwerk für die Außendarstellung von Lohr, eine Skulptur als Schneewittchen-Symbol in jüngster Vergangenheit zu heftigsten Diskussionen geführt hat.

Eine Geschichte habe ich herausgegriffen, die mir (als Frau) besonders gut gefallen hat,  und beim Bücherportal LovelyBooks etwas näher beleuchtet: „Schneewittchen und die Firma“.


 

Meine Bewertung **** (4 Sterne)
(1 Sterne-Abzug für das etwas sperrige Format,
das die Seiten immer wieder zuklappen lässt).

Leselaub 
Erscheinungsdatum: 18.11.2015
Taschenbuch, 180 Seiten
Miraba-Verlag
ISBN: 9783981702415

14,90 €


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„Freedom’s Child“ von Jax Miller geht unter die Haut

freedoms childÜber das Buch
(Verlagsinformation)

Niemand weiß, dass sie noch lebt. Nicht mal ihre Kinder. Doch die sind nun in höchster Gefahr.
Sie raucht, sie flucht, sie trinkt. Und lässt sich von niemandem was sagen. Jeder in der Stadt schätzt – oder fürchtet – Freedom Oliver. Keiner kennt ihren wahren Namen, ihr altes Leben: ausgelöscht. Das Leben, in dem sie ihren Mann erschoss, den Schwager ans Messer lieferte und ihre Kinder verlor. Das Leben, das sie für das Zeugenschutzprogramm hinter sich ließ. Nur spät in der Nacht verfolgt Freedom per Facebook, wie Mason und Rebekah erwachsen werden.
Und dann kommt der Tag. Der Tag, an dem ihre Feinde Rache schwören. An dem Rebekah verschwindet. Und Freedom weiß: Sie kann sich nicht länger verstecken, sie muss handeln …
Eine Heldin wie keine. Eine Geschichte von Liebe, Rache, Schuld und Tod.


„Freedom’s Child“ habe ich vom Rowohlt-Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank!


Spannend und typisch amerikanisch

Fast jedes Kapitel beginnt mit dem Satz: Mein Name ist Freedom, und…Dieser Name ist die zweite Identität der Protagonistin und der Schlüssel zu den dramatischen Geschehnissen, die sich im Lauf der Geschichte entwickeln. Freedom Oliver, eigentlich Nessa Delaney, ist eine Powerfrau, die sich nicht unterkriegen lässt, aber dennoch verletzlich und sensibel ist. Sie vermisst ihre Kinder, die sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat, weil sie des Mordes an ihrem brutalen Ehemann angeklagt wurde und sich dafür entschieden hatte, dem kleinen Sohn und der im Gefängnis geborenen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.

Dass dieses Leben nicht unbedingt das Beste war, stellt sich erst in der zweiten Hälfte des Thrillers heraus. Ohne Zweifel, das Buch ist enorm spannend geschrieben und beleuchtet viele Missstände mit kritischem Blick: Korruption in Legislative, Exekutive und Judikative, häusliche Gewalt, Drogenhandel, wildwuchernde Sektentätigkeit, Kindesmissbrauch und Unterdrückung von Minderheiten. Dabei kommt mir die Schlüsselfigur zuweilen wie ein weiblicher Clint Eastwood in den meisten seiner Filme vor: mutig, verfolgt, verprügelt, fast am Ende – aber dank Durchhaltevermögen, Clever- und Coolness wie ein Stehaufmännchen doch noch gut davon gekommen. Typisch amerikanisch eben: Das Gute siegt über das Böse, zwischendurch Actionszenen, die einem das Blut in den Adern gefrieren und einige Leichen auf dem Weg liegen lassen. Als dritter Handlungsstrang neben der eigentlichen Geschichte und dem Rückblick in die Vergangenheit gesellt sich  noch eine zarte Liebesgeschichte.

Zur Autorin

Jax Miller

Der eigentliche Name von Max Miller ist Aine O’Domhnaill. Die New Yorkerin ist gerade mal 28 Jahre alt und hat – wie ihr Nachname schon aussagt – irische Wurzeln.

 Fazit:

Wer amerikanische Thriller im Stil von Karin Slaughter oder Tess Gerritsen mit viel Blut und Gewaltszenen mag, ist mit Freedom’s Child gut bedient. Allerdings schießt Jax Miller ab und an über das Ziel der Glaubwürdigkeit hinaus, wenn sie ihre eben gerade noch halbtote Heldin in Nullkommanix wieder zur kraftvollen Kämpferin auferstehen lässt, die sich mit Körpereinsatz und Köpfchen gegen die Bösen um sie herum wehrt und sie niedermetzelt. Aber alles in allem: sehr spannend geschrieben, mit kritischen Untertönen und mit einem Fast-Happy-End.

Meine Bewertung: ***/*-  (3 1/2 Sterne)

Jax Miller 
Freedom’s Child 

erschienen im Rowohlt Verlag
ISBN: 13: 978-3499269752
368 Seiten

broschiert 14,99 €
als Hörbuch und Kindle E-Book 12,99 €


 

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